Kommentar von Chefredakteur Christof Haverkamp

Messdienerwallfahrt 2018 nach Rom - hoffentlich ein prägendes Erlebnis

Rund 60.000 Messdiener aus aller Welt sind derzeit in Rom und auch Papst Franziskus begegnet. Dazu ein Kommentar.

Die Nachrichten, die täglich auf uns einströmen, sind vorwiegend negativ. Dazu stehen die guten Nachrichten über die singenden, betenden Messdiener auf ihrer Wallfahrt in wohltuendem Kontrast. Zehntausende von ihnen haben in dieser Woche das Stadtbild von Rom bereichert – haben Papst Franziskus gesehen, den riesigen Petersdom bestaunt und auf dem Petersplatz die Erfahrung der weltumspannenden katholischen Kirche gemacht. Ein Erlebnis, das allen Mädchen und Jungen herzlich gegönnt sei.

Die internationale Messdiener-Wallfahrt mit Gebet, Gesang und Gemeinschaftserlebnis prägt sich hoffentlich tief in ihre Erinnerung ein. Ähnlich wie Zeltlager, Weltjugendtage oder der Taizé-Aufenthalt sollte die Zeit in Rom ein Erlebnis sein, von dem die Ministranten noch lange zehren und reden werden. Diese fröhlichen, bunten, intensiven Begegnungen sind so nötig wie hilfreich, um sich später im grauen Alltag an die schönen Seiten der Kirche zu erinnern.

Fundierte Kenntnisse zum Gottesdienst-Ablauf

Die Ministranten-Wallfahrt ist zugleich eine Art Dank und eine verdiente Wertschätzung für den treuen Dienst in der Kirche. Denn das ist gerade in den Sommerferien sichtbar: Wo im Sonntags-Gottesdienst Messdiener am Altar fehlen, da fehlt auch etwas bei der feierlichen, festlichen Gestaltung der Heiligen Messe.

Und was bringt es den Kindern und Jugendlichen selbst? Manchmal fragen sie sich, was sie vom Dienst am Altar eigentlich haben. Zugegeben: Oft ist damit nicht tiefe Spiritualität verknüpft, das muss man leider nüchtern sehen. Es bleiben aber fundierte Kenntnisse zum Ablauf der Heiligen Messe, ebenso das Einüben von Teamfähigkeit und Disziplin.

Auch Löw und Jauch waren mal Messdiener

Fähigkeiten, von denen prominente Fernsehstars profitierten, die mal Messdiener waren: Moderatoren wie Thomas Gottschalk, Günther Jauch, Reinhold Beckmann und Stefan Raab fanden wie Hape Kerkeling den Weg von den Altarstufen auf die Showbühne, Messdiener waren auch SPD-Chefin Andrea Nahles und Nationaltrainer Joachim Löw.

Nicht bei jedem, der ins Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit rückte, blieb eine enge Kirchenbindung erhalten. Warum sie sich lockerte, das wäre eine Studie wert. Auf jeden Fall aber ist die Formulierung „Ich war mal Messdiener“ ein meist positiver Bestandteil ihrer Biografie.