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Leiterin Eva Haustein-Bartsch geht nach 35 Jahren in den Ruhestand

Metall-Ikonen im Museum in Recklinghausen zu sehen

35 Jahre lang hat die Kunstwissenschaftlerin Eva Haustein-Bartsch Westeuropas größtes Ikonen-Museum in Recklinghausen geleitet. Kurz vor ihrem Ruhestand präsentiert sie in Recklinghausen die Ausstellung „Holy Metal“.

Als Eva Haustein-Bartsch vor 35 Jahren die Leitung des Ikonen-Museums im Schatten der Propstei-Kirche St. Peter in Recklinghausen übernahm, zählte die Sammlung des Hauses 700 Ikonen. Heute verwahrt das mehrstöckige Museum 3.700 Ikonen. „Leider kann immer nur ein kleiner Teil unseres Bestands gezeigt werden“, sagt die Kunsthistorikerin.

In diesen Tagen wird die 65-Jährige in den Ruhestand verabschiedet. Doch sie bleibt dem Museum als Vorsitzende des Fördervereins erhalten, zu der sie kürzlich gewählt wurde. Froh ist sie darüber, dass die Nachfolge rasch geregelt werden konnte: Lutz Rickelt aus Münster, der seine Dissertation über das Thema „Herrscherbuße – Schuld und Sühne byzantinischer Kaiser“ abschloss, wird das Museum leiten.

Eine der größten Sammlungen in Westeuropa

Man braucht nicht besonders hervorzuheben, dass Eva Haustein-Bartsch zu den besten Kennern der Kultbilder der orthodoxen Kirche zählt. Sie baute eine Ikonen-Sammlung auf, die zur größten in Westeuropa zählt.

In den letzten Jahren konnte das Ikonen-Museum seine Bestände weniger durch spektakuläre Ankäufe als durch Stiftungen, Schenkungen und Nachlässe ständig vergrößern. Gelegentlich kauft das Museum einzelne Ikonen, wie zuletzt eine griechische Ikone aus dem frühen 19. Jahrhundert mit dem Neomärtyrer Kosmas von Aitolien.

Sonderausstellung bis 20. Januar

Der heilige Kosmas (1714-1779) wirkte unter türkischer Herrschaft in Griechenland. Als Wanderprediger bemühte er sich um die Stärkung der bedrängten Kirche und die sprachliche Bildung seiner Landsleute. 1779 wurde er als Aufrührer verhaftet und hingerichtet. „Es ist eine besondere Ikone, die mit ihren Motiven und der regionalen Bedeutung sehr interessant ist“, erklärt Haustein-Bartsch den Erwerb.

Aktuell zeigt das Museum bis zum 20. Januar die Sonderausstellung „Holy Metal“. Präsentiert werden russische Metall-Ikonen aus dem Nachlass des Ehepaars Gustav und Rose-Marie Wörner. Die Sammlung mit 66 Werken erhielt das Museum 2017.

Mehrteilige Ikonen

Darunter befinden sich acht Kreuze verschiedener Form, mehrere Triptychen und zwei Tetraptychen (vierteilige Klapp-Ikonen). Viele sind aufwändig mit farbigem Email geschmückt oder vergoldet. Alle wichtigen Motive sind vertreten: Christus, die Muttergottes, Festtage und Heilige.

Metall-Ikonen zierten die „Schöne Ecke” des russischen Hauses. Man nahm sie mit auf Reisen und in den Krieg. Im 19. Jahrhundert wurden sie über Haustüren und an hölzernen Grabkreuzen befestigt.

Koptische Sammlung

Das Museum beherbergt seit den 1960er Jahren eine Koptische Sammlung: Mumien-Porträts, Architekturfragmente, Grabstatuen, Objekte aus Ton, Bronze und Glas dokumentieren den Übergang von der heidnischen zur christlichen Kunst.

„Die Sammlung spätantiker und christlicher Werke aus Ägypten gehört zu den bedeutendsten in Deutschland“, sagt Haustein-Bartsch über den Museums-Schatz.

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