Veranstalter zufrieden mit Entscheidung des Stadtrats

Münster beschließt bis zu 982.000 Euro für Katholikentag

Die Stadt Münster fördert den Katholikentag 2018 mit bis zu 982.000 Euro. Wie der Stadtrat am Mittwochabend beschloss, werden Sachleistungen im Wert von 682.000 Euro aus dem städtischen Haushalt bezahlt. Darüber hinaus soll die Stadtverwaltung laut Beschluss helfen, weitere 300.000 Euro von institutionellen Spendern und Sponsoren aufzutreiben. Die Veranstalter des Katholikentags zeigten sich zufrieden.

Stefan Weber, Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion, wiederholte die Aussage, der fehlende Betrag von 300.000 Euro werde „im Konzern Stadt aktiviert“. Bisher sind erst 100.000 Euro zugesagt, und zwar von der Stiftung der Sparkasse Münsterland-Ost. Welche „Konzernteile“ – also womöglich städtische Tochterunternehmen – weiteres Geld bereitstellen, dazu gab es keine konkreten Aussagen.

Stadt könnte einspringen – Katholikentag dankt dem Rat

Dennoch geht Martin Schulze-Werner, Beauftragter der Stadtverwaltung für den Katholikentag, davon aus, dass der Betrag erreicht wird. „Ich verstehe die Vorlage und ihre Vorgeschichte so, dass die Stadt einspringt, wenn es der Verwaltung nicht gelingt, die noch fehlenden Gelder über Spenden und Sponsoren aufzutreiben“, sagte er zu „Kirche-und-Leben.de“.

Katholikentags-Geschäftsführer Martin Stauch zeigte sich gegenüber „Kirche-und-Leben.de“ „sehr sicher, dass das Geld zusammenkommt“. Er dankte dem Rat für die Entscheidung. Als Geschäftsführer einer Großveranstaltung „muss ich mit gewissen Risiken leben, aber mit diesem Risiko kann ich leben“. Er sei zuversichtlich, dass der fehlende Betrag nicht erst kurz vor dem Katholikentag zur Verfügung stehe.

Hakenes: „Wir werden fantastischen Katholikentag bekommen“

Die Vorsitzende des Trägervereins des Katholikentags, Anne Hakenes, sagte, nun könne endlich nicht mehr über Geld, sondern „über den Stellenwert des Katholikentags und über seine Inhalte gesprochen werden“. Im Gespräch mit „Kirche-und-Leben.de“ äußerte sich Hakenes befremdet, dass einige Ratsmitglieder die Zuschüsse eines Stadtfestes und des Katholikentags verglichen hatten. Ein Katholikentag sei keine einfache Feier, sondern ein „gesellschaftliches Ereignis mit bundesweiter Strahlkraft“.

Mit Blick auf die noch fehlenden Spendengelder und ihre eigene Erfahrung aus Münsters Stadtrat sagte Hakenes, sie werde „alles daran setzen“, dass das Geld zusammenkomme. „Ich schwöre Ihnen, wir werden einen fantastischen Katholikentag bekommen“, betonte sie.

Kontroverse Debatte im Rat

Dem Beschluss ging im Rat eine kontroverse Debatte voraus. SPD-Fraktionschef Michael Jung sagte, seine Partei begrüße den Katholikentag, halte die Beschlussvorlage aber für falsch. Es sei „völlig intransparent und für die Bürger nicht nachvollziehbar“, woher die 300.000 Euro kommen sollten. „Und was passiert, wenn die Verwaltung die Spenden- und Sponsorengelder nicht zusammenbekommt?“ Deshalb enthalte die SPD sich. CDU, Grüne, ÖDP und UWG stimmten für die Vorlage. FDP, Linkspartei, Piraten und AfD lehnten sie ab.

2015 hatte der Rat – damals mit einer SPD-geführten Mehrheit – beschlossen, dem Katholikentag Sachleistungen statt eines Barzuschusses zu gewähren. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) als Katholikentags-Veranstalter und die Stadtverwaltung hatten daraufhin eine Liste von Sachleistungen aufgestellt, die 982.000 Euro umfasst.

Liste der Sachleistungen

In dieser Liste enthalten ist unter anderem die Nutzung der Halle Münsterland, ein Kombi-Ticket für den öffentlichen Nahverkehr für Katholikentags-Besucher, die Nutzung städtischer Räume wie Volkshochschule und Theater sowie Reinigungs- und Energiekosten für städtische Schulen, die unter anderem als Gemeinschaftsquartiere dienen.

Weitere Oppositionsparteien kritisierten den Beschluss. Linken-Fraktionschef Rüdiger Sagel sagte, er habe „rechtliche Bedenken“, ob die Stadtverwaltung helfen dürfe, Sponsorengelder einzuwerben. Zudem sei es fragwürdig, wenn städtische Beteiligungen wie die Sparkasse als Spender für den Zuschuss „in die Pflicht genommen werden“. AfD-Ratsherr Martin Schiller verwies auf „die Kohle“, die die Kirche habe. Es sei nicht Aufgabe der Stadt, eine „politische Großveranstaltung“ zu finanzieren, für die er den Katholikentag halte.

CDU-Ratsherr Peter Laurenz Börgel kritisierte die mehr als zweijährige Zuschuss-Debatte: „Der Katholikentag bekommt heute nicht die Unterstützung, die ihm gebühren würde.“ Es sei „peinlich“, dass es im Stadtrat kein einstimmiges Votum für den Zuschuss gebe.