Vortragsreihe „Domgedanken“ im St.-Paulus-Dom

Nato-Botschafter Lucas fordert ständiges Ringen um Frieden

Ein starkes Plädoyer für Frieden, Europa und das transatlantische Verteidigungsbündnis Nato hat Hans-Dieter Lucas, Ständiger Vertreter der Bundesrepublik Deutschland bei der Nato, am Mittwochabend im Rahmen der Vortragsreihe „Domgedanken“ gehalten. Unter dem Titel „Die Welt aus den Fugen. Wertbezogene Sicherheitspolitik im 21. Jahrhundert“ ging der Diplomat auf den Umgang mit aktuellen Unsicherheiten, Herausforderungen und Gefährdungen ein, berichtet die Bischöfliche Pressestelle.

Sein Credo: „In einer globalisierten Welt schafft es niemand alleine, Werte wie Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sowie Souveränität und Wohlstand zu schützen und zu verteidigen.“ Vielmehr sei es unabdingbar, dass Institutionen wie die Nato und die Europäische Union aber auch die Vereinten Nationen (UN) und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zusammenarbeiteten.

Nicht nur mit den Guten sprechen

„Wir müssen immer neu um Frieden ringen“, machte Lucas im St.-Paulus-Dom deutlich. Dazu gehöre vor allem eine Politik der kleinen Schritte und Geduld, statt eines strategischen Totalentwurfs. Diese Politik müsse offen sein für Ambivalenzen und Nuancen. „Wir müssen bereit sein, auch mit einem Gegenüber zu verhandeln, dessen Ansichten auf einem komplett anderen Wertesystem fußen, als dem unsrigen. Wer nur mit den Guten spricht, wird schlechte Verhältnisse nicht zum Besseren wenden.“

„Pax optima rerum – Der Friede ist das Beste aller Dinge“, sagte Lucas am letzten Veranstaltungsabend der diesjährigen Vortragsreihe „Domgedanken“. In kaum einer anderen Stadt sei diese Tatsache so verwurzelt wie in Münster. Sei doch schließlich ebendort und in Osnabrück der bisher längste Krieg auf europäischem Boden, der 30-jährige Krieg, durch den Westfälischen Frieden von 1648 beendet worden: „Durch Diplomatie und Dialog.“

Die Vortragsreihe „Domgedanken“ führt das Domkapitel des St.-Paulus-Doms in Münster jährlich zu wechselnden Oberthemen durch.