Verfahren wegen Betrugs und Urkundenfälschung vorläufig eingestellt

Organist in Heek legte gefälschte Zeugnisse vor – Kündigung

Der Organist der Kirchengemeinde Heilig Kreuz in Heek im Kreis Borken hat bei der Bewerbung für die Stelle als Kirchenmusiker gefälschte Zeugnisse eingereicht. Ein Verfahren gegen den 49-Jährigen wegen Betrugs und Urkundenfälschung ist gegen Zahlung einer Geldauflage an eine gemeinnützige Einrichtung vorläufig eingestellt worden. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt auf Anfrage von „Kirche-und-Leben.de“. Die „Westfälischen Nachrichten“ hatten zuerst darüber berichtet.

Bei den gefälschten Zeugnissen ging es um das B-Kirchenmusiker-Examen und das Konzert-Diplom. Der 49-Jährige hatte im vergangenen Jahr angegeben, er habe diese Abschlüsse im Jahr 2000 an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln erworben. Wie der Oberstaatsanwalt mitteilte, hatte der Musiker keine abgeschlossene musikalische Ausbildung.

Ehrendoktor?

Auf Wikipedia war bis zum Donnerstag unter dem Namen des Kirchenmusikers unter anderem angegeben, er sei als Kirchenmusiker in Norwegen, Nordirland und Süddeutschland tätig gewesen, seine Konzertreisen hätten ihn durch viele Städte Europas geführt. Außerdem hieß es, ihm sei ein Ehrendoktortitel verliehen worden. Die Seite ist inzwischen gelöscht worden.

Nach Angaben der Bischöflichen Pressestelle Münster ist dem Organisten inzwischen gekündigt worden. Über eine Neubesetzung der Stelle entscheide die Kirchengemeinde Heilig Kreuz in Heek selbständig. Die Zentralrendantur Ahaus/Vreden sei im Rahmen der polizeilichen Ermittlungen über den Verdacht der Urkunden- und Zeugnisfälschung informiert worden.