Umstrittener Präfekt der Liturgie-Kongregation geht in den Ruhestand

Papst nimmt Rücktritt von Kurienkardinal Sarah an

  • Der Präfekt der Gottesdienst-Kongregatin im Vatikan, Kardinal Robert Sarah, geht in den Ruhestand. Papst Franziskus nahm das Rücktrittsgesuch des 75-Jährigen an.
  • Sarah, der als streng konservativ gilt, hatte mehrfach deutlich Kritik an Papst Franziskus geübt.
  • Zudem ernannte der Papst den erst jüngst zum Kardinal erhobenen Franziskaner Mauro Gambetti (55) zum neuen Chef der Dombauhütte an Sankt Peter.
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Der Papst hat mit Blick auf die römische Kurie mehrere wichtige Personalentscheidungen getroffen. Wie der Vatikan am Samstag mitteilte, nahm Franziskus den Rücktritt des Leiters der vatikanischen Gottesdienstkongregation, Kardinal Robert Sarah, an.

Sarah war im vergangenen Juni 75 alt geworden; der Guineer erreichte damit jene Altersgrenze, in denen Bischöfe dem Papst nach dem Kirchenrecht ihren Amtsverzicht anbieten müssen. Seine fünfjährige Amtsperiode als Präfekt war bereits zuvor abgelaufen. Seit 2014 war er Leiter der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung im Vatikan. Bevor Sarah 2001 als Sekretär der Kongregation für die Evangelisierung der Völker nach Rom kam, war er Erzbischof von Conakry in Guinea, zu dem er 1979 mit 34 Jahren als welweit jüngster Erzbischof geweiht wurde.

Sarah, der als Vertreter des konservativen Kirchenflügels gilt, übte mehrmals öffentlich Kritik am Kurs von Franziskus. Beobachter hatten deshalb schon länger mit einer Ablösung gerechnet. Ein Nachfolger für Sarah steht noch nicht fest.

Franziskaner wird Chef der Dombauhütte

Auch der Leiter der Dombauhütte von Sankt Peter, Kardinal Angelo Comastri, geht in den Ruhestand. Comastri (77) war noch von Johannes Paul II. 2005 zum Chef der Dombauhütte ernannt worden. Zuletzt geriet der Erzpriester der Vatikanbasilika wegen Ermittlungen aufgrund mangelnder Transparenz bei der Auftragsvergabe in die Schlagzeilen.

Zu seinem Nachfolger bestimmte Franziskus den italienischen Ordensmann Mauro Gambetti (55). Der Franziskaner war er erst vor einigen Monaten neu ins Kardinalskollegium aufgenommen worden.

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