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Pastoralreferent:innen im Bistum Münster über ihren Dienst zwischen Kirchenfrust und Hoffnung

Pastoralreferentin in dieser Zeit: Wie geht es Ihnen, Frau Bause?

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Als Seelsorgende prägen sie mit den Priestern die hauptamtliche Pastoral in den Gemeinden: Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten. Und auch sie bekommen die Kirchenkrise zu spüren. Wie geht es ihnen damit? Das haben wir rund ein Dutzend von ihnen gefragt. Ihre Antworten präsentiert "Kirche-und-Leben.de" in dieser Woche, bevor am Sonntag 24 neue Seelsorgende von Bischof Felix Genn für ihren Dienst beauftragt werden. Diesmal: Marion Bause aus Warendorf.

Wie gehen Sie damit um, Kirchenfrust und -wut ganz persönlich abzubekommen?

Im Gespräch:
Marion BauseMarion Bause ist Pastoralreferentin in Warendorf. | Foto: privat

Mit Beginn meines Studiums wurden von mir Erklärungen und Rechtfertigungen für das teilweise historische (Fehl-)Verhalten der Institution Kirche gefordert. Dabei handelte es sich oft um Kritiker, die nicht bereit waren, sich komplexer mit den Ursachen und Sachverhalten auseinander zu setzen. Solch „oberflächliche“ Kritik trifft mich nicht persönlich. Den Kirchenfrust, den vor allem in den letzten Jahren zunehmend kirchennahe Menschen erleben, teile ich oftmals. Ich kann Enttäuschungen und Wut über Entscheidungen und schlechte Kommunikation gut nachvollziehen.

Was bedeutet es für Sie, in dieser Zeit Pastoralreferent:in zu sein?

Es ist für mich auch nach über zehn Jahren im Dienst nach wie vor eine Bereicherung, als Pastoralreferentin für die Menschen da zu sein und mit ihnen das Leben und den Glauben zu teilen. Mein Beruf ist durch die verschiedenen Aufgabengebiete und Zielgruppen so vielfältig wie kaum ein anderer. Ich erlebe immer wieder, dass die Frohe Botschaft und die Gemeinschaft von Gläubigen und Suchenden wichtig sind in einer Gesellschaft voller Unsicherheit, Individualismus und Profitorientierung. Gleichzeitig erschweren die Unbeweglichkeit und der Reformstau in der (Welt-)Kirchenleitung zunehmend meine Arbeit und meine Bereitschaft, die Institution zu vertreten.

Was macht Ihnen Hoffnung?

Menschen, die sich auch außerhalb und unabhängig von Kirche im Sinne der christlichen Botschaft für Frieden, Gerechtigkeit, Wahrung der Schöpfung, Schutz der Schwachen etc. einsetzen, machen mir immer wieder Hoffnung. Außerdem sind die Begegnung und Zusammenarbeit mit den Menschen in der Gemeinde immer wieder neu Motivation, Kirche vor Ort zu gestalten und mit ihnen den Glauben zu leben.

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