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Kölner Kardinal würde sich "kirchentlich zwingende peinliche Befragung" ersparen, sagt Münsteraner Kirchenrechtler

Schüller: Woelkis sofortiger Rücktritt wäre hilfreich

  • Der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller forderte den sofortigen Rücktritt des Kölner Erzbischofs Kardinal Rainer Maria Woelki.
  • „Er würde sich sehr peinliche Befragungen ersparen, die kirchenrechtlich zwangsläufig jetzt erfolgen“, sagte er der "Rheinischen Post".
  • Laut einem Medienbericht soll Woelki den Missbrauch durch einen Priester seines Erzbistums vertuscht haben.
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In der Debatte um eine mögliche Vertuschung eines Verdachtsfall auf sexuelle Gewalt wächst die Kritik am Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki. Der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller forderte in der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Freitag) einen Rücktritt des Erzbischofs. „Mit einem sofortigen Rücktritt würde Kardinal Woelki sich und dem Erzbistum Köln einen großen Gefallen tun. Und er würde sich sehr peinliche Befragungen ersparen, die kirchenrechtlich zwangsläufig jetzt erfolgen“, sagte er dem Blatt.

Schüller betonte, es nütze Kardinal Woelki nichts, jetzt auf Zeit zu spielen und bis zur Veröffentlichung der neuen Missbrauchsstudie für das Erzbistum Köln im März 2021 zu warten. Eine Befragung des Erzbischofs sei kirchenrechtlich zwingend. Dieser Untersuchungsbericht gehe dann an den Präfekten der Bischofskongregation, die dem Papst eine Empfehlung ausspreche. „Kardinal Woelki wird nach Aktenlage - so oder so - auf jeden Fall zurücktreten müssen“, sagte Schüller der Zeitung. Nach Einschätzung des Kirchenrechtlers ist dieser Fall „eine schwerwiegende Krise für das Erzbistum Köln“.

Genn lässt Untersuchung gegen Woelki prüfen

Derweil hat Münsters Bischof Felix Genn erklärt, er werde untersuchen lassen, ob eine kirchenrechtliche Untersuchung der Vorwürfe gegen Woelki angezeigt sind. Genn kommt diese Aufgabe als dienstältestem Bischof in der Kirchenprovinz Köln zu.

Schüller erklärte dazu auf Facebook, damit übernehme Genn seine Verantwortung "und wird sicher eine Untersuchung einleiten". Täte er es nicht, "so würde er sich selbst nach den Normen von 2019 strafbar machen".

Was Woelki vorgeworfen wird

Laut einem Medienbericht soll Woelki als Erzbischof im Jahr 2015 einen Fall schweren sexuellen Missbrauchs aus den späten 1970er Jahren durch einen Düsseldorfer Priester nicht an den Vatikan gemeldet haben. Dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Donnerstag) zufolge soll der Erzbischof nach Sichtung von Personalunterlagen verfügt haben, den Missbrauchsvorwürfen gegen den 1929 geborenen Pfarrer nicht weiter nachzugehen, keine kirchenrechtliche Voruntersuchung einzuleiten und der Fall nicht an den Apostolischen Stuhl zu melden.

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