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Ehrenamtliche übernehmen die Pflege - 24 Jahre nach Ende der Ordenstätigkeit

Schwesterngräber einebnen? Kommt in Herbern nicht in Frage

Schon vor 24 Jahren verließ die Gemeinschaft das Örtchen Herbern. Zurück blieben die Gräber der Schwestern. Als der Orden der Heiligenstädter Schulschwestern sie nun einebnen lassen wollte, hatte er die Rechnung ohne die Herberner gemacht.

Viele Menschen in Ascheberg-Herbern erinnern sich noch an die Heiligenstädter Schulschwestern, die lange Jahre für die Versorgung und die Krankenpflege im St.-Josef-Hospital und später im St.-Josef-Altenheim verantwortlich waren. Eine der Schwestern – Schwester Mansueta – ist sogar Ehrenbürgerin der Gemeinde und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes. Nach ihr wurde auch eine Straße in der münsterländischen Gemeinde benannt.

Nach dem Abriss des alten Krankenhauses und späteren Altenheims in den 1970er Jahren erinnern nur noch die Gräber und der Straßenname an die über hundertjährige Tätigkeit der Schwestern in Kindergarten und Krankenpflege. „Der Heimatverein Herbern hat nun die Patenschaft für die Pflege der Ruhestätte in dankbarer Erinnerung an deren aufopferungsvolles Wirken übernommen“, sagt der Vereinsvorsitzende Egon Zimmermann. Eigentlich sollten die insgesamt 13 Gräber der schon lange verstorbenen Schwestern eingeebnet werden. Die Gemeinschaft der Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel, wie sie offiziell heißt, mit Sitz im sauerländischen Bestwig sah keine Möglichkeit mehr, die Pflege weiter zu übernehmen.

Beliebte Schwestern im Dorf

„Als wir vom Vorhaben der Ordensschwestern hörten, haben wir mit der Kommune und der Pfarrei überlegt, wie die Grabstätte weitergeführt werden kann“, sagt Zimmermann. Der Heimatverein habe sich bereiterklärt, die Pflege und die Kosten zu übernehmen. „Wir haben einige Spender, die uns helfen.“ Demnächst stehe beispielsweise die Befestigung des großen Grabkreuzes an.

Zimmermann hat die Geschichte des Herberner Krankenhauses und späteren Altenheims aufgearbeitet und kennt die Geschichte des Schwestern-Konvents gut. „Nicht alle Schwestern hatten ein leichtes Leben im Konvent. Es herrschte auch Strenge“, sagt Zimmermann. 1996 verließen die letzten Schwestern aus Altersgründen Herbern. 1889 hatte der Orden dort die Niederlassung gegründet, um soziale Dienste und die Krankenpflege zu übernehmen. Schnell machten sich die Schwestern in der kleinen Dorfgemeinde beliebt: Sie kümmerten sich um die Pflege der Alten und bauten eine Handarbeitsschule für Mädchen und junge Frauen auf.

Weitere Gräber sollen erhalten werden

In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg leitete Schwester Mansueta, die spätere Ehrenbürgerin, die so genannte „Kinderverwahrschule“. Schwester Petra leitete in den 1950er und 1960er Jahren den Kindergarten. Nach dem Umbau des Krankenhauses zu einem Alten- und Pflegeheim 1978 versahen die Schwestern dort noch mehrere Jahre ihren Dienst.

„Es wäre zu schade gewesen, das Gräberfeld abzuräumen, zumal auf dem Friedhof genügend Platz ist“, sagt Zimmermann und blickt dabei auf das alte und mit Efeu umrankte Gräberfeld der Priester. Zu sehen sind dort noch alte Grabsteine aus dem 19. Jahrhundert und aus den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. „Auch diese Gräber sollten für längere Zeit erhalten bleiben“, meint Zimmermann.

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