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ARD-Krimi „Die Toten von Glenmore Abbey“ mit Desiree Nosbusch

TV-Tipp: Grausige Funde in irischer Abtei

Der Krimi „Die Toten von Glenmore Abbey“ mit Desiree Nosbusch in der Hauptrolle knüpft an den Skandal um die katholischen Magdalenenheime an, der Irlands Kirche erschütterte. Am Donnerstag um 20.15 in der ARD.

Im Klostergarten von Glenmore Abbey in der Hafenstadt Galway werden neun verscharrte Skelette von Kleinkindern entdeckt. Vermutlich sind die Kinder vor vielen Jahren in der Abtei zur Welt gekommen, in den Zeiten, als es in Irland noch üblich war, ledige werdende Mütter in eins der von Frauenorden betriebenen Magdalenenheime zu stecken. Dort mussten sie meist in Wäschereien arbeiten und ihre Babys nach der Geburt zur Adoption freigeben – viele wurden von den Nonnen dann an zahlungskräftige Paare im In- und Ausland verkauft.

Der grausige Fund in Galway weist allerdings eine Besonderheit auf: Neben den Überresten der Kinder entdecken die Ermittler auch das Skelett eines Mannes, der offenbar deutlich später am selben Ort vergraben worden ist. Die Psychologin Cathrin Blake ist sofort sicher, dass es sich um ihren Ehemann Liam handeln muss, der vor zehn Jahren spurlos verschwand.

Aus der Bahn geworfen

Der Verlust hat Cathrin damals total aus der Bahn geworfen; mit Alkohol und Tabletten hat sie ihre Verzweiflung zu dämpfen versucht. Liam war ihre große Liebe. Seinetwegen ist die Deutsche nach Irland gegangen. Beide haben auch erfolgreich zusammengearbeitet, er als Polizeikommissar, sie als Kriminalpsychologin.

Inzwischen hat Cathrin sich einigermaßen wieder im Griff: Sie betreibt eine Praxis als Psychologin und lebt mit ihrem mittlerweile erwachsenen Sohn Paul weiterhin in Galway. Die Entdeckung der sterblichen Überreste ihres Mannes stört das mühsam wiedergefundene innere Gleichgewicht. Zumal die Polizei – immerhin ihre und ihres Mannes frühere Kollegen – bei ihren Nachforschungen merkwürdig wenig Elan zeigt. Cathrin nimmt die Sache selbst in die Hand.

Verdacht auf die Drogenmafia

Sie verfolgt zwei Spuren. Die eine führt ins Kloster, dessen Äbtissin aus der Vergangenheit offenbar wenig gelernt hat. Die ledigen Mütter hätten „sich schuldig gemacht“, behauptet sie immer noch. „Die harte Arbeit hat ihnen geholfen, Buße zu tun.“ Die Ordensschwestern hätten sie nur zu retten versucht. Als Cathrin herausfindet, dass auch Liam im Magdalenenheim geboren und seiner Mutter weggenommen wurde, spielt die Äbtissin die Ahnungslose – alle Unterlagen seien bei einem Brand vernichtet worden.

Andere Verdachtsmomente deuten auf die Drogenmafia. Liam hat vor seinem Verschwinden in diesem Milieu recherchiert. Die Zuschauer wissen ohnehin, dass diese Spur besonders heißt ist, denn der Film beginnt mit einer Rückblende: Liam wird auf offener Straße überfallen, in einen Transporter gestoßen, geknebelt und gefesselt – eine typische Vorgehensweise der Mafia. Aber womöglich gibt es auch Verbindungen zwischen den Gangs­tern und den Gottesdienerinnen.

Überzeugend: Désirée Nosbusch

Dieser Irland-Krimi liegt durchaus über dem Niveau der üblichen Kost, die ARD-Zuschauer donnerstags serviert bekommen. Gewiss, auch hier überzeugen nicht alle Wendungen der Handlung. Doch die Stärken überwiegen. Die Figur der Cathrin Blake, von Désirée Nosbusch überzeugend verkörpert, besitzt zweifellos Potenzial.

Aber die eindrucksvollsten Szenen liefert der Krimi, wenn es um die Leiden der Mütter geht, denen die Kinder entrissen wurden.

Sendetermin: 24. Oktober um 20.15 Uhr in der ARD

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