Vom 7. bis 21. Mai in Münster

Udo Lindenberg zeigt „Zehn Gebote“ beim Katholikentag

Musiker, Schriftsteller, Künstler: Egal, was Udo Lindenberg macht, es wird vor allem eins: irgendwie anders. Nun stellt das 71-jährige Multi-Talent seine „10 Gebote“ in Kooperation mit dem Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken in der Liebfrauen-Überwasserkirche in Münster aus – auch während des Katholikentags.

Seit mehr als 50 Jahren steht Udo Lindenberg nun schon auf der Bühne. In seinen zahlreichen Liedern schwebt immer ein politischer, gesellschaftskritischer und doch humorvoller Klang mit.

Farbe durch Eierlikör

So ist es auch bei seiner Ausstellung „Udos 10 Gebote“. Mit der speziellen „Likörell-Technik“ – Lindenberg färbt seine Bilder mit alkoholischen Getränken – setzt er die Zehn Gebote um. Insgesamt 14 Bilder hat der Künstler erstellt. Das größte misst 1,80 mal 2,30 Meter.

„Du sollst den Feiertag heiligen“ zum Beispiel lehnt an das dritte Gebot an. Es sind zwei mit Autos überfüllte Straßen zu sehen, die aufeinandertreffen und in völligem Chaos enden. Drumherum stechen dem Betrachter orangene und gelbe Farben ins Auge. Dies soll wohl an die vielen Urlauber erinnern, die die Feiertage für ein verlängertes Wochenende im Urlaub nutzen und in der prallen Sonne ewig im Stau stehen.

Mose und Lindenberg als gekritzelte Männchen

„Du sollst dir kein Bildnis machen“ zeigt auf rotem Untergrund ein schwarz-weißes Männchen, das mit Hut, Zigarre und schwarzer Sonnenbrille stark an Lindenberg selbst erinnert. Es pinselt auf einer leeren, weißen Leinwand.

Neben Darstellungen der Zehn Gebote malte der Panik­rocker unter anderem auch Bilder, die den Kontext der biblischen Weisungen zeigen. Eins davon zeigt Mose mit der Steintafel, auf der in großen Buchstaben „Du sollst“ steht.

Bilder zum Nachdenken und Schmunzeln

Lindenberg bringt die Zehn Gebote in die Gegenwart und zeigt, dass sie auch heute noch zeitgemäß sind. Jedes Bild lädt zum Schmunzeln ein. Doch oft regen seine Werke zum Nachdenken an. „Udos 10 Gebote“ ist eine Ausstellung, die Spaß macht – sei es durch die humorvolle Umsetzung oder die bunten Farben – und trotzdem geistig fordert.

Die Werke „können als eine Charta für Menschenrechte verstanden werden, die die Beziehung von Gott und Mensch zum Ausdruck bringen“, erklärt Monsignore Georg Austen, Generalsekretär des Bonifatiuswerks. „Sie besitzen die Kraft, in unserer so zerrissenen Welt, Grenzen zu überschreiten.“ Auf gesellschaftlicher, politischer und religiöser Ebene sollten die Bilder einen persönlichen Anstoß zum Nachdenken geben und einen Anreiz für den friedlichen Dialog mit Menschen aller Couleur bieten.

Geänderte Öffnungszeiten beim Katholikentag

Interessierte können die Ausstellung vom 7. bis 21. Mai von 10 bis 18 Uhr in der Liebfrauen-Überwasserkirche in Münster besichtigen. Beim Katholikentag kann sie am Donnerstag von 13 bis 22 Uhr, am Freitag und Samstag von 8.30 bis 22 Uhr und am Sonntag von 13 bis 21 Uhr angeschaut werden. Der Erlös kommt gemeinnützigen Vereinen und einer Bildungseinrichtung zugute.