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Gemeindefest am 20. August - Bischof Genn kommt am 11. September

Umfassend renoviert: Lamberti-Kirche in Coesfeld wird wiedereröffnet

  • Die Pfarrei St. Lamberti in Coesfeld feiert am 20. August mit einem Gemeindefest die Wiedereröffnung ihrer Pfarrkirche St. Lamberti.
  • Der Kostenrahmen für die umfassende Renovierung von 1,6 Millionen Euro konnte trotz steigender Bau- und Materialkosten eingehalten werden.
  • Die Weihe des neuen Altars wird Bischof Felix Genn im Rahmen eines Festgottesdienstes am 11. September vornehmen.
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„Wir schaffen einen einladenden Gottesdienstraum und möchten einen Raum schaffen, der Begegnung mit den Menschen, mit Jesus Christus und seiner Botschaft schafft“, sagt Dorothee Backes. Sie ist Mitglied des Kirchenvorstands von St. Lamberti in Coesfeld und hat als Mitwirkende in einer Steuerungsgruppe in den vergangenen Jahren viel Zeit investiert, die umfassende Kirchenrenovierung von St. Lamberti vorzubereiten und zu begleiten.

16 Monate war das Gotteshaus geschlossen. Am 20. August wird die Pfarrei im Rahmen eines Gemeindefestes Einzug in das Gotteshaus halten und feierlich die liturgischen Bücher Lektionar und Evangeliar sowie weitere liturgische Gegenstände wie das bekannte „Coesfelder Kreuz“ hineintragen. Die feierliche Altarweihe wird Bischof Felix Genn später in einem Festgottesdienst am 11. September vornehmen.

Zeitgemäße Raumgestaltung

Von der neuen Gestaltung und helleren Farbgebung der Kirche angetan zeigt sich Pfarrer Johannes Arntz. Er wünscht sich, die Gotteshäuser als Orte der Begegnung mit Gott und mit den Menschen zugänglich zu halten: „Wir möchten neue Wege finden, im Kirchenraum präsenter zu sein und somit ein Zeugnis unseres Glaubens zu vermitteln.“

Für eine zeitgemäße Raumgestaltung hat sich die Pfarrei Zeit gelassen und viele Gemeindemitglieder in den Entscheidungsprozess eingebunden. 2015 lud zum Beispiel die Aktion „Leere Kirche“ dazu ein, den Kirchenraum ohne Kirchenbänke neu zu entdecken. Musik- und Leseabende und viele andere Veranstaltungen vermittelten einen Eindruck, „was Kirche auch sein kann“, sagt Backes.

Heimat des „Coesfelder Kreuzes“

St. Lamberti ist Wallfahrtskirche, Heimat des „Coesfelder Kreuzes“ und wird von vielen Menschen für das Gebet vor dem Kreuz aufgesucht. Sie ist die Bürgerkirche mitten in der Stadt am Markt und mit ihrem markanten Turm und ihrer Geschichte Ort des gelebten Glaubens seit Jahrhunderten.

Wie Backes und Arntz erläutern, sei es Ziel der Renovierung gewesen, das liturgische und theologische Gemeindeverständnis der Gegenwart wiederzugeben: Das „Coesfelder Kreuz“ wird ohne Stufen zugänglich werden. Der Altar rückt in zentraler Lage näher heran an die Menschen. Stühle ersetzen die Kirchenbänke. Nicht zuletzt entstehen im großen Kirchenraum eigene Räume beziehungsweise Nischen für die Taufe, für die Erinnerung an Verstorbene und für das persönliche Gebet.

Multifunktionale Lichtanlage

„Die Architektur der Kirche kommt optisch noch mehr zur Wirkung“, sagt der Architekt Carlo Koeppen aus Coesfeld. Mit der Renovierung werde der Kirchenraum technisch auf den neuesten Stand gebracht. Von den Lautsprechern über die multifunktionale Lichtanlage bis zur Internet-Versorgung – alles ist optimiert.

Die neue LED-Beleuchtung mit moderner Steuerungstechnik könne optisch völlig unterschiedliche Raumerlebnisse schaffen. Durch eine dezent eingebaute Digitalisierungstechnik könnten überall in der Kirche neue Medien genutzt werden, sagt Koeppen zu den Handwerkerarbeiten, die in der Region vergeben werden konnten.

Aufbau einer zweiten Orgel

Neu eingebaut worden ist von der Orgelbau-Firma Fleiter aus Münster-Nienberge eine „Schwalbennest-Orgel“, die an der Wand gehängt ist. Sie soll die Hauptorgel, etwa bei Konzerten, ergänzen. Die 180.000 Euro Anschaffungskosten für die Orgel werden komplett durch Spendengelder finanziert.

Die Renovierung bleibt im ursprünglichen Kostenrahmen, wie Backes versichert. Auf rund 1,6 Millionen Euro belaufen sich die Gesamtkosten.

Hoher Einsatz der Eigenmittel

Die Investitionszuweisung durch das Bistum Münster beträgt 665.000 Euro. Aus der Sonderrücklage Bauunterhaltung stammen 44.000 Euro. Die Pfarrei St. Lamberti steuert aus Eigenmitteln 572.000 Euro bei. Aus Kollekten und Spenden sind weitere rund 170.000 Euro einzuholen. „Wir sind optimistisch, die Spenden in dieser Höhe zu bekommen. Aber es ist nicht leicht, in dieser für die Kirche schwierigen Zeit Geld zu sammeln“, sagt Arntz.

Wiederöffnung der Lamberti-Kirche
Am Samstag, 20. August 2022, ist es so weit: Alle, die sich der Coesfelder St.-Lamberti-Kirche verbunden fühlen, sind eingeladen, den Kirchenraum feierlich in Besitz zu nehmen. Der Eröffnungsgottesdienst in St. Lamberti startet um 16.30 Uhr. Zuvor wird das „Coesfelder Kreuz“ in einer Prozession ab 15 Uhr von der St.-Jakobi-Kirche zurück zur Lamberti-Kirche getragen. Zusammen mit dem Kreuz und weiteren liturgischen Gegenständen in der Hand werden die Gemeindemitglieder gegen 16 Uhr geschlossen in den neuen, vertrauten Kirchenraum einziehen, ihn wieder einrichten und dort Gottesdienst feiern.

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