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Bischof Genn weiht Altar am 19. Juni

Renovierung mit langen Atem - St. Johannes in Duisburg öffnet wieder

  • Bischof Felix Genn weiht am 19. Juni den Altar in der frisch sanierten Kirche St. Johannes in Duisburg-Homberg.
  • Über zwölf Jahre ist die Kirche von außen nach innen renoviert worden.
  • Dabei sind die meisten Kirchenbänke entfernt und durch Stühle ersetzt worden.
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Die Menschen um St. Johannes in Duisburg-Homberg feiern am 19. Juni ein großes Ereignis. Um 10 Uhr wird Bischof Felix Genn aus Münster erwartet. Er wird den Altar der frisch sanierten Kirche weihen und mit den Frauen und Männern der Pfarrei die Kirche vor allem für die Liturgie öffnen. Jedoch sollen nicht nur Gottesdienste in der Kirche gefeiert werden. Auch kulturelle Veranstaltungen wird es in Zukunft in St. Johannes geben. Bereits am Samstagabend wird die Kirche für Interessierte geöffnet, um zu zeigen, wie sie sich verändert hat.

Sanierung mit Blick in die Zukunft

„Wir haben uns bei der Sanierung von St. Johannes auf das Notwendige beschränkt, vor allem mit Blick in die Zukunft.“ Pfarrer Thorsten Hendricks von St. Franziskus in Duisburg-West, zu der auch die Kirche St. Johannes gehört, macht das an einigen Beispielen deutlich. „Wir haben den Altar in die Mitte geholt. Er steht nicht mehr auf einer Bühne“, sagt der 44-jährige Pfarrer und hebt die Bedeutung für die Liturgie hervor. Der Altar stehe im Mittelpunkt der Gemeinde, der Chorraum sei noch erhöht, aber leer. Ein neues Kreuz hänge hinten an der Wand des Chores, das angestrahlt werde. „Wir haben das Kreuz jetzt ins rechte Licht gerückt.“

Ein zweites Beispiel: Das Taufbecken steht jetzt am Eingang in direkter Flucht zum Altar. „Die Taufe ist das Einstiegssakrament der Kirche“ beschreibt Hendricks den Standort. Die Sakramentskapelle mit Tabernakel stehe in einem hinteren Teil der Kirche, zu dem einige Bänke aus dem Altbestand der Kirche zugestellt worden sind. Damit sei die Möglichkeit der stillen Anbetung gegeben.

Fast alle Bänke sind entfernt

Die Bestuhlung der Kirche ist vollständig neu. Fast alle Bänke sind entfernt worden. Einige historisch alten Bänke sind für Werktags-Gottesdienste an die Seite verlagert worden. In der Mitte stehen Stühle. „Stühle sind für uns flexibel zu nutzen“, sagt Hendricks. „Sowohl liturgisch als auch kulturell. Wir können sie je nach Bedarf aufstellen. Für kulturelle Veranstaltungen ist auch die Bühne sinnvoll“, ergänzt der Pfarrer. Der Kirchraum sei auch für Ausstellungen oder musikalische Veranstaltungen angesichts der Tatsache attraktiv, dass große Räume in den Städten und Gemeinden immer seltener werden.

Auch das rechte Seitenschiff ist unter diesem Gesichtspunkt gestaltet worden. Es ist ebenfalls nicht mehr mit Bänken oder Stühlen versehen und soll frei für Ausstellungen bleiben. Mit modernen Hockern sind an den Seiten zwei Möglichkeiten zur Meditation geschaffen worden. Einmal um eine moderne Marienstatue und ein zweiter Kreis als Gebets- und Meditationsangebot.

Innenraum in Weiß gehalten

Pfarrer Thorsten Hendricks und Stefan Ricken (rechts) vor dem Taufstein am Eingang der Kirche. | Foto: Jürgen Kappel
Pfarrer Thorsten Hendricks und Stefan Ricken (rechts) vor dem Taufstein am Eingang der Kirche. | Foto: Jürgen Kappel

Der Innenraum der Kirche ist in schlichtem Weiß gehalten. „Wir haben uns damit wieder dem Ursprungsbau angenähert“, sagt Hendricks. Vor der Sanierung herrschten die Töne Orange, Grün und Sandfarben vor. Die Sanierung hat Architekt Holger Hölsken aus Wesel geleitet. „Er hat mit dieser Arbeit einen langen Atem bewiesen und ist fast länger am Ball geblieben als die Gemeinde“, sagt Hendricks. Die Planungszeit habe zwölf Jahre betragen, so Hendricks. St. Johannes sei von außen nach innen saniert worden.

Zuerst wurden ab 2010 die Außenwände abgedichtet und dann der Turm 2015 saniert. Der Putz sei von der Decke gebröckelt. Es sei nicht mehr schön gewesen, beschreibt Hendricks das Innere der Kirche. Es musste etwas geschehen. Viele Anregungen habe man auf Veranstaltungen für das Stadtviertel und von Kirchenbesuchern erfahren.

Sanierung von Land und Bund gefördert

Nach Angaben der Zentralrendantur liegen die Gesamtkosten aktuell bei mehr als 850.000 Euro. Die öffentlichen Fördermittel des Denkmalschutzes liegen bei etwa 291.000 Euro. Der Bund hat etwa 241.000 Euro bewilligt, aus dem Landeshaushalt fließen 50.000 Euro in die Maßnahme. Das Bistum hat bereits mehr als 350.000 Euro zugesagt. Weitere Mittel sind beantragt.

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