Anzeige
Komm in den Login KLup
___STEADY_PAYWALL___

Staatsanwaltschaft Köln nennt Summe von 143.000 Euro

Untreue-Vorwürfe: Prozess gegen Aachener Weihbischof Bündgens beginnt

  • Der Aachener Weihbischof Johannes Bündgens steht ab Dienstag wegen Untreuevorwürfen vor dem Amtsgericht Kerpen.
  • Die Staatsanwaltschaft Köln wirft ihm vor, von einer dementen Bekannten 143.000 Euro veruntreut zu haben.
  • Johannes Bündgens lässt seit 2019 seine bischöflichen Ämter ruhen.
Anzeige

Nach gut achtmonatiger Verzögerung werden die Untreuevorwürfe gegen den Aachener Weihbischof Johannes Bündgens (65) kommenden Dienstag vor dem Amtsgericht Kerpen verhandelt. Das bestätigte das Gericht am Mittwoch der Katholischen Nachrichten-Agentur. Zu weiteren Terminen konnte sich eine Sprecherin nicht äußern.

Die Kölner Staatsanwaltschaft hält dem Geistlichen vor, von einer dementen Bekannten 143.000 Euro veruntreut zu haben. Der Prozess sollte bereits vergangenen Oktober starten. Nach einer Krankheit war Bündgens jedoch damals nicht verhandlungsfähig.

 

Weihbischof erhielt Kontovollmacht

 

Die Staatsanwaltschaft hatte Bündgens im Oktober 2019 angeklagt. Zunächst war von knapp 128.000 Euro die Rede, später von weiteren 15.000 Euro. Bündgens soll das Geld von einer älteren Dame aus Kerpen angenommen haben, die möglicherweise nicht mehr geschäftsfähig war und inzwischen verstorben ist. Die Frau hatte Bündgens schon länger gekannt und ihm eine Vollmacht für ihr Konto erteilt. Dem zwischenzeitlich eingesetzten Betreuer waren die Überweisungen aufgefallen.

Der Weihbischof gab an, der Frau als Gegenleistung ein lebenslanges Wohnrecht in einer Immobilie in Aachen eingeräumt zu haben, die er für 600.000 Euro erworben hatte. Dies sei im Grundbuch nicht vermerkt worden, weil sich der Gesundheitszustand seiner Bekannten verschlechtert habe. Laut Amtsgericht zahlte der Weihbischof das Geld der Frau in der Zwischenzeit komplett zurück.

 

Bischof Dieser drängt auf Aufklärung

 

Zu einem zweiten Verfahren gegen Bündgens gab das Amtsgericht am Mittwoch zunächst keine weiteren Informationen. Darin soll geklärt werden, ob der Weihbischof der rechtmäßige Erbe der Seniorin ist, die vergangenen Sommer verstarb.

Bündgens, der seit 2006 Weihbischof sowie Bischofsvikar für die Caritas und Domkapitular ist, lässt seit Ende 2019 seine bischöflichen Ämter ruhen. Aachens Bischof Helmut Dieser hatte sich "schockiert" über den Vorwurf geäußert und drang auf vollständige Aufklärung.

Drucken
Anzeige