Aus Ahaus-Alstätte stammender Ulrich Boom zum Diözesan-Administrator gewählt

Weihbischof aus dem Bistum Münster leitet Bistum Würzburg

Der aus Ahaus-Alstätte (Kreis Borken) stammende Weihbischof Ulrich Boom ist zum Diözesan-Administrator des Bistums Würzburg gewählt worden. Nach dem altersbedingten Rücktritt des bisherigen Diözesanbischofs Friedhelm Hofmann betraute das Würzburger Domkapitel den 69-jährigen Münsterländer mit der Leitung des Bistums, bis ein neuer Bischof ernannt ist.

Boom ist zudem Dompropst und damit Vorsitzender des Würzburger Domkapitels. 2008 wurde er zum Weihbischof im Bistum Würzburg geweiht, in sein Bischofswappen fügte er auch das Bistumswappen seiner Heimatdiözese Münster ein. 1984 empfing er die Priesterweihe durch den damaligen Würzburger Bischof Paul-Werner Scheele. Ulrich Boom gehört der Priestergemeinschaft Jesus Caritas an, die im Geist des seligen Charles de Foucauld (1858-1916) Gott vor allem mitten in der Welt suchen. Zudem fühlt sich der Weihbischof der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé verbunden.

Münsterländer Wurzeln

Nach seiner Ausbildung als Bauzeichner holte Ulrich Boom sein Abitur über den zweiten Bildungsweg am Overberg-Kolleg in Münster nach. Anschließend studierte er Theologie – zunächst in Münster, dann in München und Würzburg. In München studierte Boom zusätzlich Kunstgeschichte.

Ein pastorales Praktikum machte er unter anderem in der Urlaubsseelsorge an der Nordsee. Nach seiner Priesterweihe war Boom 22 Jahre lang Kaplan und Pfarrer in verschiedenen Gemeinden des Bistums Würzburg und Religionslehrer an einer Grundschule.

Glockenprotest gegen Neonazis

Als Pfarrer von Miltenberg wurde Boom 2006 bekannt, weil er alle sechs Glocken der Pfarrkirche läutete, als Neonazis durchs Zentrum der nordbayerischen Stadt marschierten. Das Glockenkonzert läutete die Hetzparolen einfach nieder, die Demonstration löste sich auf. Seitdem nannte man Boom – was ihm nicht gefällt – auch „Dom Camillo von Miltenberg“.

Seit 2010 gehört Weihbischof Boom der Liturgiekommission, der Pastoralkommission und der Kommission für Schule und Erziehung der Deutschen Bischofskonferenz der Deutschen Bischofskonferenz an.

Stichwort: Diözesan-Administrator
Wenn ein Diözesanbischof stirbt, sein altersbedingter Rücktritt vom Papst angenommen oder er mit der Leitung eines anderen Bistums betraut wird, gilt der Bischofsstuhl einer Diözese als „vakant“, also unbesetzt. In diesem Fall wählt das Domkapitel in geheimer Wahl einen Diözesan-Administrator, der bis zur Ernennung eines neuen Diözesan-Bischofs durch den Papst das Bistum leitet. Allerdings darf er keine Grundsatzentscheidungen treffen, die im Bistum langfristige Änderungen bedeuten und damit den neuen Bischof binden würden. Für die Aufgabe des Diözesan-Administrators kann nur jemand gültig bestellt werden, der Priester und mindestens 35 Jahre alt ist. Er muss in dem betreffenden Bistum leben. | mn