Am Herd mit Frauen aus der Lehrküche des Frauengefängnisses

Weihbischof Wilfried Theising kocht mit Inhaftierten in Vechta

Weihbischof Wilfried Theising hat gemeinsam mit Inhaftierten der Justizvollzugsanstalt (JVA) für Frauen in Vechta Mittagessen gekocht. Bei einem Besuch in der Küche des Antoniushauses stand er auch selbst am Herd und bereitete gemeinsam mit ihnen unter anderem ein Omelett zu.

Seit März dieses Jahres ist der Lehrbetrieb der JVA-Küche übergangsweise im Antoniushaus untergebracht. Grund sind Umbauarbeiten im Frauengefängnis, die mindestens noch bis Anfang kommenden Jahres dauern. Die Lehrküche sorgt für diese Zeit für das Mittagessen der Gäste in dem Tagungs- und Exerzitienhaus.

Auch bei sich zu Hause kocht Theising ab und zu selbst

„Ich habe mich auf das Mitkochen gefreut, da ich selbst auch immer mal wieder bei mir zu Hause in der Küche stehe“, sagte der Weihbischof. „Wenn ich jetzt sehe, was die jungen Leute hier gelernt haben, bin ich beeindruckt.“

In der JVA-Lehrküche werden inhaftierte und nicht-inhaftierte Frauen gemeinsam unter der Regie von Küchenmeister Frank Schmidt ausgebildet. Derzeit sind es drei Umschülerinnen und ein Umschüler, die nach zwei Jahren ihre Ausbildung zum Koch mit einer Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer beenden. Außerdem schult eine Frau zur Küchenhelferin um.

Absolventinnen haben später gute Chancen

Die Ausbildung läuft unter  Regie einer Gesellschaft mit dem Namen „Future Qualifizierungs gGmbH“, die gemeinsam vom  Ludgeruswerk Lohne und der Kreisvolkshochschule Vechta betrieben wird. Im Laufe der insgesamt 18 Jahre des Bestehens haben rund 300 Frauen in diesem Projekt ihre Ausbildung abschließen können.

Edith Reißnauer, Fachbereichsleiterin „Bildung der Gefangenen“ in der JVA, nannte Chancen auf dem Arbeitsmarkt „glänzend“. Immer wieder fragten Küchenschefs aus der Region bei Küchenmeister Schmidt nach fähigen Nachwuchsköchen.