Am Wochenende Kollekte für Katholiken in der Diaspora

Wie das Bonifatiuswerk auch im Bistum Münster hilft

An diesem Wochenende wird bundesweit in den katholischen Gottesdiensten für Katholiken in der Diaspora gesammelt. Kirche+Leben erläutert, was mit dem Geld passiert – und wer auch bei uns davon profitiert.

Worum geht es dem Bonifatiuswerk?

Um Menschen, die in der Minderheit glauben, die zum Beispiel völlig vereinzelt über weite Gebiete verstreut leben, durch große Entfernungen voneinander getrennt. Gefördert werden Deutschland, das Baltikum und Nordeuropa.

Wie hilft das Bonifatiuswerk?

In großen Pfarreien sind die Wege lang und Transportmittel wichtig. Deshalb hilft das Bonifatiuswerk Pfarreien zum Beispiel bei der Anschaffung von Bullis. Hinzu kommen Bauzuschüsse für Gemeindezentren, Kirchen, Kindergärten und Schulen, die kleine Gemeinden allein nicht finanzieren könnten. Außerdem gibt das Bonifatiuswerk Geld für missionarische Projekte und beteiligt sich an der Bezahlung von Mitarbeitern für zukunftsweisende Projekte.

Woher kommt das Geld?

Vor allem aus Kollekten. 2015 kamen rund 4,6 Millionen Euro zusammen, gut die Hälfte davon bei der Kollekte am Diaspora-Sonntag, dem dritten Sonntag im November. Auch bei Erstkommunion- und Firmgottesdiensten wird für das Bonifatiuswerk gesammelt. Hinzu kommen Nachlässe, Schenkungen, Spenden und Mitgliedsbeiträge. Aus Kirchensteuermitteln erhält das Werk 650.000 Euro für die Förderung der nordischen Länder.

Spendenkonto
IBAN-Nummer: DE46 4726 0307 0010 0001 00
bei der Bank für Kirche und Caritas in Paderborn, BIC: GENODEM1BKC

Wohin fließt das Geld?

2015 gingen drei Viertel des Hilfsvolumens an Pfarreien und Projekte in Deutschland. Der Rest verteilt sich auf Estland, Lettland, Dänemark, Schweden, Finnland, Norwegen und Island. Zusammen mit weiteren 4,6 Millionen Euro, die als zweckgebundene Fördermittel verteilt werden, machte das rund 13 Millionen Euro.

Welche Regionen in Deutschland profitieren besonders?

Nord- und Ostdeutschland. Im Osten ist nach Angaben des Bonifatiuswerks nur jeder Vierte christlich getauft oder einer anderen Religion angehörig. Katholiken dort leben zumeist in extremer Diaspora. So liegt im Bistum Magdeburg der Anteil der Katholiken an der Bevölkerung bei drei, in den Bistümern Dresden und Görliz bei vier, in den Bistürmern Hamburg, Erfurt und Berlin bei sieben Prozent. Im Bistum Münster ist dagegen beinahe die Hälfte der Bevölkerung katholisch.

Fließt auch Hilfe ins Bistum Münster?

Ja, in den Norden des Oldenburger Landes. In Westerstede im Ammerland etwa liegt der Anteil der Katholiken unter acht Prozent. 2015 flossen rund 112.000 Euro ins Bistum Münster, davon 66.500 Euro, in Bauprojekte, 41.000 Euro waren bestimmt für Fahrzeuge, 4.500 Euro für die Kinder- und Jugendhilfe.