„Körperlichkeit des Menschen würde so völlig unterbewertet“

Jesuitenpater Zollner: Sexualität nicht nur ein „soziales Konstrukt“

  • Nach Einschätzung des Kinderschutzexperten Pater Hans Zollner widerspricht es dem christlichen Menschenbild, Sexualität ausschließlich als soziales Konstrukt zu sehen.
  • Eine derartige Gender-Vorstellung trage dazu bei, die Körperlichkeit des Menschen völlig unterzubewerten.
  • Zollner schlug eine abgewogene Sichtweise vor gegen ideologisch aufgeladene, populistische Vorstellungen von links und rechts.

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Nach Einschätzung des Kinderschutzexperten Pater Hans Zollner widerspricht es dem christlichen Menschenbild, Sexualität ausschließlich als soziales Konstrukt zu sehen. Eine derartige Gender-Vorstellung trage dazu bei, die Körperlichkeit des Menschen völlig unterzubewerten, sagte Zollner dem Magazin „Cicero“. Es sei eben nicht alles offen und frei wählbar.

Zollner schlug eine abgewogene Sichtweise vor gegen ideologisch aufgeladene, populistische Vorstellungen von links und rechts. Dazu gehöre die Feststellung, dass wohl 99,95 Prozent der Menschen biologisch entweder Mann oder Frau seien.

„Position der Mitte“

Zollner sagte: „Wir brauchen in der gesellschaftlichen und politischen Debatte wieder eine Position der Mitte.“ Dafür müsse sich auch die katholische Kirche einsetzen, so schwer das gerade auch sei.

So „gendert“ das Bistum Augsburg
Das Bistum Augsburg regelt die sprachliche Gleichbehandlung der Geschlechter. Im aktuellen Amtsblatt heißt es, unterschiedliche Geschlechter müssten „im dienstlichen Schriftverkehr auch sprachlich sichtbar gemacht werden“. Es sei zu vermeiden, andere Geschlechter „mitzumeinen“, in Texte „hineinzudenken“ oder nur in einer Fußnote zu erwähnen.

Die Bistumsverwaltung empfiehlt geschlechtsspezifische Einzelformen („Antragsstellerin“), Paarformen („Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“), geschlechtsneutrale Ausdrücke („die Beschäftigten“ und Abstraktionen („Kirchenverwaltung“). Schrägstriche, Klammern, Binnen-I und Sternchen sind dem Bistum zufolge „grundsätzlich nicht zu verwenden“. | KNA