Neue Form der Abendmesse an Werktagen eingerichtet

Zum Feierabend in Vechta eine Messe ganz in Ruhe

Der Architekt hatte im Vorjahr die konkrete Idee. Bei der Sanierung der Propsteikirche St. Georg in Vechta sah sich Theo Dwertmann im Chorraum um und schlug vor, den doch neu und intensiver zu nutzen. Weil die kleine Orgel dort einen anderen Platz gefunden hatte. So berichtet es Stephan Trescher, Pastoralassistent der Gemeinde.

Die Idee des Architekten passte zu dem Gedanken, die Werktagsgottesdienste in der Propsteikirche neu zu gestalten. Aus der Gemeinde hatte Trescher gehört, beim verstreuten Sitzen in der großen Kirche komme kein Gemeinschaftsgefühl auf. Das werde bei einem Gottesdienst im Chorraum anders sein. „Der Gedanke stand also schon vor der Renovierung im Raum“, sagt Trescher.

Abendmesse im Kreis und nah bei einander

Die Propsteigemeinde feiert in St. Georg unter der Woche jeden Morgen um 8.15 Uhr einen Gottesdienst, daneben dienstags um 19.30 Uhr. Diesen Gottesdienst habe der Liturgieausschuss des Pfarreirats zusammen mit Kaplan Albert Lüken in den Blick genommen. Denn bei einem Gottesdienst für die Lektoren der Gemeinde sei das Echo positiv gewesen. „Sie waren begeistert, so nah und im Kreis zu sitzen.“

Für den Liturgieausschuss Anlass, diese Form für einen Werktagsgottesdienst zu überlegen. Bei einem Treffen mit Gottesdienstbesuchern hieß es: Bei einem anderen Ort könne es doch auch eine andere Gestaltung geben. Am Ende des Arbeitstages vielleicht einen Gottesdienst mit mehr Ruhe.

Viel mehr Stille in der Abendmesse

Trescher: „Es war überraschend, wie sehr Stille gewünscht wird, um über Gehörtes und Erlebtes nachzudenken.“ Etwa nach der Predigt, bei den Fürbitten, nach der Kommunion. Gewünscht war zudem, so Trescher, eine neue, aber gleich bleibende Form. „Nicht immer ein neues tolles Event am Abend, das war die große Befürchtung.“

Diesen Weg einer neuen, stillen Werktagsmesse am Abend wolle die Propsteigemeinde nun erproben, sagt Trescher. Am Dienstag, 3. September, um 19.30 Uhr das erste Mal. Und in der Folge jeweils am 1. Dienstag des Monats.

Andere Werktagsgottesdienste sind bewusst nicht betroffen. Trescher betont, die gewohnte Form solle nicht abgewertet werden. „Vielen Gläubige ist verstreut und allein zu sitzen in solchen Gottesdiensten sehr wichtig – weil sie nur so innerlich zu sich kommen und beten können.“