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Fraglich ob die „Mowa“ 2021 stattfindet - kaum ehrenamtliche Helfer

250 Biker bei Motorrad-Wallfahrt in Kevelaer

Beliebt ist die Motorradwallfahrt in Kevelaer. Doch wenn sich nichts ändert, war es in diesem Jahr das letzte Mal. Der harte Kern feierte eine emotionale Vigil mit Wallfahrtsrektor Gregor Kauling und dem Bischof von Lüttich, Jean Pierre Delville.

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So spärlich besetzt war die Kevelaerer Marienbasilika zur Motorradwallfahrt wahrscheinlich noch nie. Aber in Zeiten der Pandemie müssen auch die Biker in ihren beeindruckenden Kutten Abstand halten. Der harte Kern der Motorradwallfahrer ließ es sich dennoch nicht nehmen, zur deutlich reduzierten Wallfahrt anzureisen und sich den Segen von Wallfahrtsrektor Gregor Kauling und dem ebenfalls für die Biker nach Kevelaer gekommenen Bischof von Lüttich, Jean Pierre Delville, abzuholen. Beide gestalteten mit starker musikalischer Unterstützung eine emotional ansprechende Vigilfeier.

Eine Feier, die auch Gudrun Zanka (58) mit ihrem Mann Adolf sehr genoss. Seit 2003 ist sie bei der Wallfahrt mit ihrer Kawasaki treu dabei. „Dafür nehme ich mir immer frei“, sagt die Moerserin, „das ist ein Muss.“ Wie ihr ergeht es vielen. „Rund 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zählte die ,Mowa‘ in diesem Jahr – in starken Jahren waren es schon mal bis zu 2500. Aber trotz der strengen Hygieneregeln ist der harte Kern hier“, weiß Frank Kirsch (56). Er ist ein Biker und Teilnehmer der ersten Stunde. „Seit 1989 bin ich immer dabei. Die vergangenen drei Jahre als Helfer“, erklärt der Kevelaerer, der in diesem Jahr zum Ordner-Team der St. Sebastianus Schützenbruderschaft gehörte. Natürlich in seiner Kutte.

Im Verband christlicher Motorradfahrer aktiv

Apropos Kutte: Im vergangenen Jahr wurde sie ihm am Rande der Wallfahrt gestohlen. Aber das hat ihn nicht davon abgehalten, auch jetzt wieder in voller (neuer) Kluft dabei zu sein. Ihn von der Mowa fernzuhalten schafft weder ein Kuttendieb noch Corona.  Ursula „Bärle“ Dressing (61) war mit dem Wohnmobil angereist: „Das Bike habe ich Anfang des Jahres verkauft und jetzt fahren wir mit dem Wohnmobil“, berichtete sie. In ihrer Heimatstadt Frankfurt ist sie im Verband Christlicher Motorradfahrer aktiv ist.

Dass die Motorradwallfahrt in diesem Jahr kleiner als üblich ausfiel, war jedoch nicht nur der Corona-Pandemie geschuldet. Rainer Killich, Generalsekretär der Wallfahrt, hatte bereits im Vorfeld erklärt: „Nachdem der Verein Motorradfahrerwallfahrt-Kevelaer die Mowa seit 34 Jahren ausgerichtet hatte, mussten Veränderungen im Laufe der Zeit zur Kenntnis genommen werden, vor allem die deutlich nachlassende Frequentierung des Zeltplatzes an der Walbecker Straße. Hinzu kam, dass die ehrenamtliche Personaldecke für die Ausrichtung der Mowa in der gewohnten Form immer dünner wurde und wird. Aufrufe, vereinsintern und auch extern, brachten leider keine Entlastung. Deshalb hatte der Vereinsvorstand schweren Herzen zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Mowa 2020 nicht unter der Leitung und Organisation des Vereins zu stemmen ist.“

Noch fraglich, ob die Mowa 2021 stattfindet - kaum Helfer

Die kleinere Variante in diesem Jahr wurde von der Wallfahrtsleitung organisiert. Killich blickt in die Zukunft: „Eine Mowa 2021 wird es nur geben, wenn sich genügend Unterstützer finden, die gestalten und Verantwortung übernehmen wollen. Hilfestellung durch die ,alten Akteure‘ des ehemaligen Vereinsvorstands wären gewährleistet.

Kontakt zur Wallfahrtsleitung unter info@wallfahrt-kevelaer.de, zum Verein Motorradfahrerwallfahrt unter info@motorrad-wallfahrt.de.

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