Wohl kein regulärer Haushalt zu Jahresbeginn

Bistum Osnabrück: Haushaltsplan scheitert im Kirchensteuerrat

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Der Kirchensteuerrat hat dem Haushaltsplan für das Bistum Osnabrück nicht zugestimmt. Dem Gremium fehlen Aussagen zu finanziellen Perspektiven über 2024 hinaus. Wie soll es nun weitergehen?

Das Bistum Osnabrück startet das Jahr 2024 wohl ohne regulären Haushalt. Der Kirchensteuerrat habe dem von der Verwaltung vorgelegten Haushaltsplan nicht zugestimmt, teilt die Diözese mit. Die Ratsmitglieder forderten von der Bistumsleitung zunächst Entscheidungen, wie in Zukunft mit den spürbar geringer werdenden Kirchensteuer-Einnahmen umgegangen wird.

Der bisherige Haushaltsplan sieht laut Bistum ein Volumen von knapp 200 Millionen Euro vor. Einkalkuliert sei ein Defizit von 8,3 Millionen Euro. Auch für das laufende Jahr hatte die Diözese mit rund 200 Millionen Euro geplant, allerdings ohne Defizit.

Bistum: Wir erfüllen die regulären Verpflichtungen

Das Bistum versichert, es erfülle unabhängig vom Votum des Kirchensteuerrats alle ordentlichen finanziellen Verpflichtungen. Mitarbeitende bekämen auch nach dem 1. Januar ihr Gehalt. Ebenso erhielten Pfarreien, Einrichtungen und Verbände weiter Zuweisungen. Andere Ausgaben müssten jedoch von der Bistumsleitung genehmigt werden.

Die Diözese befindet sich seit einiger Zeit in einem finanziellen Konsolidierungsprozess. Anfang 2022 hatte die Bistumsleitung gemeinsam mit diözesanen Gremien beschlossen, 50 Millionen Euro bis 2030 zu sparen.

Weitere Sparmaßnahmen

"Inzwischen müssen wir feststellen, dass die mit diesem Prozess verbundenen Anstrengungen nicht ausreichen, um die Bistumsfinanzen wieder ins Gleichgewicht zu bringen", schreibt Verwaltungschef Ulrich Beckwermert den Mitarbeitenden. Grund seien die globalen Krisen und der stetige Rückgang der Zahl der Kirchenmitglieder.

Beckwermert kündigt an, die Bistumsleitung wolle bei einer Klausur im Januar mit den Gremien weitere Sparmaßnahmen beraten. Danach werde sie dem Kirchensteuerrat einen geänderten Haushaltsplan vorlegen.

Das Bistum Osnabrück

Zum Bistum Osnabrück gehören 520.000 Katholiken im westlichen Niedersachsen und in Teilen Bremens. Nach dem Rücktritt von Franz-Josef Bode im März hat es derzeit keinen Bischof. Übergangsweise leitet Weihbischof Johannes Wübbe als Diözesanadministrator das Bistum.