Seit dem 1. August mehr Geld für Träger in NRW

Caritas: Höhere Pauschale löst Kita-Finanzprobleme nicht

Trotz der zum 1. August gestiegenen Kindpauschale für Träger von Kitas in Nordrhein-Westfalen hält die Caritas das Problem der Kita-Finanzierung nicht für gelöst. Marita Haude, Referatsleiterin Kinder und Familie beim Diözesan-Caritasverband, verwies am Dienstag (09.08.2016) darauf, dass Anforderungen und Kosten für Kindertageseinrichtungen in den vergangenen Jahren stark gestiegen seien.

So betone das nordrhein-westfälische Kinderbildungsgesetz (Kibiz) den Bildungsauftrag der Kitas. Entsprechende pädagogische Arbeit mit den Kindern brauche Zeit, Geld und binde Fachkräfte, die sich zudem weiterbilden müssten. Hinzu komme, dass die Einrichtungen immer mehr jüngere Kinder aufnehmen würden. Zudem wachse die Nachfrage nach 45-Wochenstunden-Betreuung. Haude nannte auch Tariferhöhungen beim Personal.

Laut Kibiz stieg die Kindpauschale für die Träger in NRW bisher jährlich um 1,5 Prozent. 2016 wurde sie erstmals um drei Prozent erhöht. Dies war nach Caritas-Angaben möglich, da Geld frei wurde, das für das Betreuungsgeld vorgesehen war. Nach dessen Scheitern entschloss sich das Land, das Geld in die Kita-Betreuung zu investieren. "Wir begrüßen diese Entscheidung", betonte Haude. Es brauche aber eine dauerhafte neue Finanzgrundlage für Kitas. Die Landesregierung hat eine Reform für 2018 angekündigt.

Im nordrhein-westfälischen Teil des Bistums Münster bestehen laut Caritas 725 katholische Kitas. Angesichts der anhaltenden Finanzierungsprobleme hatten Verantwortliche im Bistum Münster mehrfach erklärt, auch die Existenz ganzer Einrichtungen sei gefährdet.