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Orden trennt sich von Immobilie

Caritas kauft Franziskaner-Kloster – Brüder bleiben in Dorsten

  • Die Franziskaner haben ihre Klosterkirche und das Konventsgebäude in Dorsten an den örtlichen Caritasverband verkauft.
  • Die in Dorsten lebenden neun Brüder behalten Wohnrecht.
  • Grund für den Verkauf ist fehlender Ordens-Nachwuchs.
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Die Deutsche Franziskanerprovinz hat ihr Klostergebäude mit den Ladenflächen im Erdgeschoss und ihre Kirche in der Dorstener Innenstadt an den Caritasverband Dorsten verkauft. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Derzeit leben neun Brüder im Klostergebäude. Sie werden weiterhin in der Stadt wohnen.

In der Mitteilung der Franziskaner heißt es: „Auf Dauer werden wir nicht mehr das gesamte Gebäude benötigen. Der Vertrag mit dem Caritasverband sichert uns den Wohnraum für unsere Brüder zu, solange wir ihn brauchen. Die Kirche steht auch weiterhin für die Seelsorge zur Verfügung. Von uns nicht genutzte Räumlichkeiten, vor allem die leerstehenden Ladenflächen, werden von der Caritas für eigene Zwecke genutzt.“

Fehlender Nachwuchs im Orden

Durch den Vertrag können die Franziskaner in Dorsten verbleiben, solange sie möchten. „Wir sind froh über die Entscheidung und den Vertrag“, sagt Bruder Tobias Ewald. Der Guardian, wie der Klostervorsteher genannt wird, begründet den Verkauf: „Wir werden nicht jünger. Uns fehlt der Nachwuchs.“ Mit seinen 60 Jahren ist Bruder Tobias Ewald der Jüngste im Konvent. Seine acht Mitbrüder sind zwischen 80 und 94 Jahre alt.

„Leider müssen wir immer mehr Niederlassungen schließen. In Dorsten bleiben wir, solange es geht“, sagt der aus Gelsenkirchen-Buer stammende Guardian. Durch den Verkauf an den Caritasverband sei garantiert, dass der gesamte Gebäudekomplex für kirchliche und soziale Nutzungen erhalten bleibe.

Weiterhin tägliche Gottesdienste

In der Klosterkirche werden weiterhin täglich Gottesdienst gefeiert, werktags immer um 10 Uhr. | Foto: Johannes Bernard
In der Klosterkirche werden weiterhin täglich Gottesdienst gefeiert, werktags immer um 10 Uhr. | Foto: Johannes Bernard

„Mit dem Caritasverband haben wir einen guten Käufer gefunden. Wir können die Kirche weiterhin für unsere Gottesdienste nutzen“, sagt der Klostervorsteher. So werde es wie bislang täglich Gottesdienste in der Kirche geben, etwa die beliebten Werktagsgottesdienste, die täglich um 10 Uhr beginnen.

Das Gebäude des Franziskanerklosters mit seiner 1978 erbauten Kirche soll unter Denkmalschutz gestellt werden. Dafür setzen sich auch die Stadtverwaltung und Bürgermeister Tobias Stockhoff (CDU) ein, heißt es aus der Franziskanerprovinz. Größere bauliche Veränderungen an dem Gebäudekomplex sind dann nicht mehr statthaft.

Lange Ordenstradition in Dorsten

In die Vertragsverhandlungen eingebunden war auch die Stadtverwaltung, die möchte, dass in der bisher dem Franziskanerorden gehörenden Ladenpassage keine Geschäfte eröffnen. „Wir haben in der Innenstadt leerstehende Ladenlokale. Die Räume könnten sich für Beratungsangebote der Caritas eignen“, sagt Bruder Tobias Ewald.

Mit dem Verkauf geht eine jahrhundertelange Klostergeschichte langsam zu Ende: Seit 1488 sind Franziskaner in Dorsten an dem Platz, wo auch heute Kloster und Kirche stehen. 1642 errichteten sie auf dem Klostergelände zusammen mit der Stadt Dorsten das Gymnasium Petrinum, das 1902 außerhalb des Klosterbereichs im Stadtgebiet neu eröffnet wurde. 1903 entstand sogar eine Ordenshochschule.

Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg wurden Kloster und Kirche zerstört. Später wurde die Hälfte des Grundstücks an eine Kaufhauskette verkauft. Auf dem verbliebenden Grundstück wurde 1977 das heutige Konventsgebäude und 1978 die Klosterkirche neu errichtet.

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