Folge der türkischen Militäraktion in Syrien

Christen fürchten Rückkehr entflohener IS-Terroristen

Die türkische Militäroffensive in Nordostsyrien löst unter den verbleibenden Christen in Syrien und im benachbarten Irak Ängste vor einer Rückkehr der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) aus. Das sagte der katholische Weihbischof von Bagdad, Basil Yaldo, dem vatikanischen Pressedienst Asianews. Der enge Mitarbeiter von Chaldäer-Patriarch Kardinal Louis Raphael Sako appellierte an Russland und die USA, für eine Waffenruhe Druck auf die Türkei auszuüben.

Der türkische Militärschlag gegen die Kurdenmiliz YPG könne die ganze Region - Syrien und zwangsläufig auch den Irak - erneut ins Chaos stürzen, warnte Yaldo. Zwar sei die Situation derzeit noch unter Kontrolle, eine Flüchtlingswelle aber bereits absehbar. Und das in einem Gebiet, das noch immer stark unter den Folgen der IS-Herrschaft nach dem Sommer 2014 leide. Es gelte, den Krieg aufzuhalten, „dessen Kosten nur die armen Menschen - die Zivilbevölkerung sowohl Syriens als auch des Iraks - bezahlen“.

Auch UN besorgt wegen entflohener Islamisten

Vor einer steigenden Gefahr durch den IS infolge der türkischen Offensive warnten zuletzt auch die Mitglieder des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen (UN). Man sei wegen des von entflohenen Islamisten ausgehenden Risikos „tief besorgt“, sagte der südafrikanische UN-Botschafter Jerry Matjila, dessen Heimatland derzeit den Vorsitz in dem Gremium führt.