Von Augustus und Bethlehem über Josef und Maria bis Ypsilon und Zion

Christliches Lexikon: Was bedeutet was an Weihnachten?

Was hat der römische Kaiser Augustus mit Weihnachten zu tun? Warum gibt es an Heiligabend Geschenke? Wie kamen Ochs und Esel an die Krippe? Wieso gibt es Stollen zum Fest? Fragen über Fragen! Unser Weihnachts-Lexikon gibt die Antworten.

Augustus. Mit dem römischen Kaiser und Großneffen von Gaius Iulius Caesar (63 v.Chr. bis 14 n.Chr.) beginnt das Weihnachts-Evangelium. Damit soll gezeigt werden, dass Jesus wirklich in unsere Zeit gekommen ist: „In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reichs in Steuerlisten einzutragen.“ So steht es im Lukas-Evangelium (Lk 2,1). Vermutlich war das – paradoxerweise – zwischen dem Jahr 7 und 4, allerdings vor Christus. Dass es diesen Jesus von Nazareth gab, ist historisch unstrittig.

Bethlehem. Er heißt Jesus von Nazareth. Aber geboren ist er in Bethlehem. Dorthin mussten nämlich Maria und Josef wandern, weil Kaiser Augustus befohlen hatte, alle müssten sich in ihren Geburtsorten in Steuerlisten eintragen. Bethlehem gilt aber auch als Geburtsstadt des großen Königs David aus dem Alten Testament – und Josef stammt aus dieser Familie. Die Stadt wirkt heute wie ein Vorort von Jerusalem – allerdings auf Palästinensergebiet. Bethlehem und Jerusalem trennt die von Israel errichtete Mauer. Die Geburtskirche und zahlreiche andere Gotteshäuser erinnern bis heute an die Geburt Jesu in Bethlehem. Übersetzt heißt die Stadt „Haus des Brotes“.

Christmette. So bezeichnet man den festlichen katholischen Gottesdienst am Heiligen Abend (24. Dezember). Das Wort „Mette“ geht auf das Lateinische „matutina – Morgenstunde“ zurück. „Matutin“ heißt daher das frühmorgendliche oder nächtliche Gebet der Mönche und Nonnen, das auch als „Vigil – Nachtwache“ bezeichnet wird. Eine Nachtwache hielten die Hirten von Bethlehem, als sie von der Geburt Jesu erfuhren und sich zu ihm aufmachten (Lukas 2,8). Entsprechend findet die Christmette möglichst spät am Abend statt. Im Unterschied zur klösterlichen Matutin ist die Christmette allerdings eine Eucharistiefeier, eine Messe. Mit dem Wort „Mette“ hat das aber nichts zu tun.
 
Drei Heilige Könige. In der Bibel erzählt nur das Matthäus-Evangelium von ihnen. Dort werden sie allerdings als Sterndeuter bezeichnet, die einem neu entdeckten Stern als Hinweis auf einen neugeborenen König folgten. Sie kamen „aus dem Osten“, womöglich aus Persien. Damit wird angedeutet, dass Jesus auch für die „Heiden“ gekommen ist – also für jene, die nicht an ihn glauben. Wohl wegen ihrer kostbaren Geschenke – Gold, Weihrauch und Myrrhe – dürften in der Tradition aus den Sterndeutern Könige geworden sein. Am 6. Januar wird ihr Fest gefeiert. Es heißt offiziell „Erscheinung des Herrn“. Zu diesem Tag gehen Kinder als Könige verkleidet von Haus zu Haus, sammeln als Sternsinger für arme Kinder in aller Welt und bringen den Weihnachtssegen: „Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus.“ Aus den Anfangsbuchstaben dieses Spruchs haben sich die Namen Caspar, Melchior und Balthasar für die Könige entwickelt. Die orthodoxen Christen – etwa in Osteuropa, Griechenland und in orientalischen Ländern – feiern am 6. Januar Weihnachten.

Evangelium. Die klassische Weihnachtsgeschichte steht im Lukas-Evangelium, Kapitel 2. Nur hier gibt es die Krippe, die Hirten, die singenden Engel. Lukas will in seinem ganzen Evangelium zeigen, dass Jesus vor allem für die Armen und Ausgestoßenen Mensch geworden ist – also kommt er selber in einer ärmlichen Umgebung und ausgestoßen von der Gesellschaft zur Welt: in einer Krippe, „weil in der Herberge kein Platz für sie war“. Das Matthäus-Evangelium beginnt mit dem Stammbaum Jesu, der bis zu David zurück reicht; dann folgt wenig ausgeschmückt die Geburt Jesu. Das Markus- und das Johannes-Evangelium erzählen von der Geburt und der Kindheit Jesu gar nichts. Ihnen war es wichtiger, seine Worte und Taten zu verkünden. 

Friede. Dass Weihnachten auch als Fest der Liebe und des Friedens bezeichnet wird, hat damit zu tun, dass der Messias im Alten Testament als „Friedensfürst“ angekündigt wurde, in dessen Reich „ewiger Friede“ herrscht. Die Christen sehen in Jesus diesen verheißenen Messias. Darum singen die Engel im Weihnachtsevangelium an der Krippe: „Verherrlicht ist Gott in der Höhe und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade.“  Dass immer noch Krieg und Gewalt herrschen, kann man wohl kaum Gott anlasten. Es liegt an den Menschen, ob sich der Friede durchsetzt. Das war übrigens zur Zeit von Jesus nicht anders: Die Römer hielten das Land besetzt, das Evangelium erzählt schon kurz nach Jesu Geburt vom Kindermord durch König Herodes. Und Jesus selber wurde brutal am Kreuz getötet.

Geschenke. Dass sich Menschen zu Weihnachten gegenseitig etwas schenken, hat seinen Grund in dem, was an Weihnachten geschehen ist: Gott schenkt uns seinen Sohn Jesus. Damit zeigt er, wie sehr er die Menschen liebt. Typisch für ein Geschenk ist, dass es ohne die Erwartung einer Gegenleistung gegeben wird. Es ist gratis. Darin steckt das lateinische Wort „gratia“, was „Gnade“ bedeutet. Gott liebt ohne Voraussetzung, bedingungslos. 

Herodes. Mit dem Herodes, von dem die Weihnachtsgeschichte im Lukas- und im Matthäus-Evangelium berichtet, ist der jüdische König Herodes der Große gemeint. Er lebte ungefähr von 73 v.Chr. bis 4 v.Chr. Eine größere Rolle spielt er im Zusammenhang mit den drei Weisen, die ihn im Matthäus-Evangelium fragen, wo der neugeborene König der Juden sei. Der machtbewusste Herodes bekommt es mit der Angst zu tun und befiehlt, alle Jungen bis zum Alter von zwei Jahren in Bethlehem zu töten. Historisch ist ein solcher Kindermord allerdings nicht belegt. Herodes gilt vielmehr als Schlüsselfigur in Zeiten des Umbruchs im römischen Reichs. Der König machte durch bedeutende Bauwerke von sich – so durch den zweiten Tempel in Jerusalem, dessen Westmauer bis heute als Heiligtum der Juden verehrt wird. Die Botschaft des Evangeliums ist klar: Gott bringt sogar als kleines Kind die Mächtigen dieser Welt ins Wanken. 

Isaja (auch: Jesaja). Er ist neben Jeremia und Ezechiel einer der großen Propheten des Alten Testaments. Er lebte im achten Jahrhundert vor Christus und verhieß erstmals den Israeliten einen Messias. Während der Adventszeit sind seine Texte immer wieder im Gottesdienst zu hören. Die entscheidende Stelle für Weihnachten steht im siebten Kapitel des Jesaja-Buchs: „Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns.“ Genau diese Stelle zitiert der Engel, der Josef im Traum sagt, dass Maria ein Kind erwartet, das das „Volk von seinen Sünden erlösen wird“. Damit ist klar: Jesus ist der Messias, den der große Prophet Jesaja verheißen hat.

Jesus. Welchen Namen der Sohn von Maria erhalten soll, trägt ein Engel dem Josef im Traum auf. Jedenfalls erzählt das Matthäus-Evangelium: „Ihm sollst du den Namen Jesus geben.“ Der Name ist in der damaligen Zeit ein Allerweltsname – ein Hinweis darauf, dass Gott wirklich einer von uns wurde. Das Wort Jesus ist die griechische Form des hebräisch-aramäischen Vornamens Jeschua oder Jehoschua. Die wörtliche Bedeutung könnte „retten“ heißen – manche Bibelforscher bezweifeln das.

Krippe. Josef, Maria und Jesus, dazu Ochse und Esel, Hirten mit Schafen, Engel und der Weihnachtsstern: So sieht die klassische Krippe aus. Der Futtertrog, in den Maria ihren neugeborenen Sohn legte – eben eine Krippe –, bezeichnet die gesamte Szenerie. Als Begründer dieser Krippen gilt der heilige Franz von Assisi, der im 13. Jahrhundert mit lebenden Tieren und Menschen die Weihnachtsgeschichte nachstellte. Dabei geht es bis heute darum, sich konkret vorzustellen, was damals geschehen ist: Gott kommt in einem kleinen Kind in großer Armut zur Welt. Davon erzählt allerdings nur das Lukas-Evangelium. Bei Matthäus ist sogar von einem Haus die Rede, in dem die drei Weisen das Neugeborene und Maria besuchen (Mt 2,11).

Lametta. Kein Weihnachten ohne die dünnen Metallstreifen am Weihnachtsbaum – und natürlich nicht ohne Loriots Weihnachten bei Familie Hoppenstedt, wenn der Opa sich an die gute alte Zeit erinnert: „Früher war mehr Lametta.“ Von den dünnen Streifen aus Stanniol, die wie Eiszapfen am Weihnachtsbaum aussehen sollen, ist allerdings das deutlich dünnere, gelockte „Engelshaar“ zu unterscheiden, auch wenn es ebenfalls in Gold und Silber angeboten wird. Wer weiß, vielleicht soll damit ja an den „holden Knaben im lockigen Haar“ erinnert werden, von dem das beliebte Weihnachtslied „Stille Nacht“ gleich in der ersten Strophe singt. Ein christlicher Lametta-Gesang hingegen ist nicht bekannt.

Maria. So heißt die Mutter von Jesus. Die Bibel berichtet, ein Engel habe ihr vorausgesagt, dass sie ein Kind erwarten wird, das der Sohn Gottes sein wird. Allerdings war Maria zu dem Zeitpunkt bereits mit einem Mann verlobt, der Josef hieß. Sie lebten in Nazareth. Vor der Ehe schwanger zu werden, galt als Skandal – erst Recht, wenn der Vater nicht ein Mensch, sondern Gott selber ist. Die Kirche verehrt Maria zudem als Jungfrau. Eine Jungfrau, unverheiratet, die ein Kind von Gott erwartet? Das hat auch Maria den Engel gefragt, und er antwortet: „Für Gott ist nichts unmöglich.“  Auch für gläubige Menschen bleibt das ein Geheimnis. Es deutet an, wie übergroß es ist, dass Gott selber Mensch wird. Übrigens ist Maria auch im Koran als jungfräuliche Mutter von Jesus erwähnt.

Nazareth. Zur Zeit der Geburt von Jesus dürfte Nazareth eher ein Dorf als eine Stadt gewesen sein. Heute leben dort rund 65.000 Menschen. Nazareth liegt im Hügelland von Galiläa, rund 30 Kilometer westlich des Sees Genezareth. Die Bibel erzählt, dass Nazareth die Heimat von Maria und Josef war. Der Weg nach Bethlehem, wo Jesus geboren wurde, beträgt etwa 150 Kilometer. Nach den Evangelien wuchs Jesus in Nazareth auf und lebte dort 30 Jahre, sodass er auch „Jesus von Nazareth“ oder einfach „der Nazarener“ genannt wird. Heute ist in Nazareth eine große Basilika über jener Stelle gebaut, an der laut Überlieferung ein Engel Maria verkündete, dass sie ein Kind erwarten wird. 

Ochse und Esel beten das Jesuskind an; Schmalseite des Sarkophags des Stilicho in Sant’Ambrogio (Mailand), um 385. | Foto: G.dallorto

Ochs und Esel. Die beiden Tiere gehören länger zur Krippe als Maria und Josef. Schon im vierten Jahrhundert gab es solche Darstellungen (siehe Bild), während Maria erst rund 100 Jahre später dazukam. Die offizielle Weihnachtsgeschichte der Bibel erzählt zwar von einer Krippe, also einem Futtertrog für Tiere, nicht aber von einem Ochsen oder einem Esel. Erst das wohl nach 600 entstandene und kirchlich nicht akzeptierte „Pseudo-Matthäus-Evangelium“ schreibt: „Maria legte den Knaben in eine Krippe, und ein Ochse und ein Esel beteten ihn an.“ Sie stehen wohl einerseits für die Juden und andererseits für die „Heiden“, also jene, die nicht an Gott glauben.

Pflegevater Josef. Josef wird in der christlichen Tradition der „Zieh- oder Pflegevater“ von Jesus beziehungsweise der Verlobte oder Bräutigam von Maria genannt. Als er merkt, dass Maria ohne sein Zutun schwanger ist, ermutigt ihn ein Engel, bei ihr zu bleiben und dem Kind den Namen Jesus zu geben. In der Bibel kommt Josef nur in der Weihnachts- und Kindheitsgeschichte vor, die in den Evangelien von Matthäus und Lukas erzählt wird. An späterer Stelle wird Jesus selber „Sohn des Zimmermanns“ (Mt 13,55) genannt – der einzige Hinweis darauf, dass Josef wohl Handwerker war und als Patron der Arbeiter verehrt wird.

Quempas-Singen. Eigentlich eine protestantische Tradition, aber auch im katholischen Westfalen beliebt. Beim Quempas-Singen werden adventliche und weihnachtliche Lieder von vier Stellen der Kirche kreisum gesungen – also aus allen Himmelsrichtungen. Der Name ist eine Zusammenziehung der ersten zwei Wörter des lateinischen Gesangs „Quem pastores laudavere“ („Den die Hirten lobten“).

Reis/Ros. Das beliebte Weihnachtslied „Es ist ein Ros entsprungen“ (Gotteslob 243) handelt nicht, wie manche Kinder meinen, von einem Pferd, das sich aus dem Staub gemacht. Die Rede ist nämlich nicht von einem Ross, sondern von einer Rose. Ursprünglich aber geht es um ein „Reis“ – was nicht die asiatische Essensbeilage, sondern den Spross einer Pflanze meint. In der Lutherbibel heißt das: „Und ein Reis wird hervorgehen aus dem Stumpfe Isais“ (Jes 11,1a). In dem beliebten Weihnachtslied ist aus Reis „Ros“ geworden, was in der zweiten Strophe zum Bild für Maria wird: „Das Röslein, das ich meine, davon Jesaja sagt, ist Maria die Reine, die uns das Blümlein bracht.“ Und das „Blümlein“ ist natürlich Jesus.

Stollen. Viel Butter, Milch, Mehl, Ei, Gewürze: ein schwerer Hefeteig – nach Wahl mit Rosinen, Zitronat, Mandeln, Marzipan: das macht einen Stollen, auch Christstollen genannt, aus. Erste Erwähnungen dieses Weihnachtsgebäcks stammen aus Ostdeutschland – wohl 1329 in Naumburg an der Saale. Heute ist besonders der Dresdner Christstollen bekannt. Allerdings geht es nicht um irgendeine x-beliebige Süßigkeit zum Fest. Der Stollen, dick mit weißem Puderzucker bedeckt, soll nämlich an das gewickelte Christkind erinnern.

Tannenbaum (auch Weihnachtsbaum). Der Ursprung des Weihnachtsbaums ist die Bibel. Weil der 24. Dezember, der Tag des Heiligen Abends, der Namenstag von Adam und Eva ist, wurden im Mittelalter Paradiesspiele aufgeführt. Dazu gehörte auch der mit Äpfeln geschmückte Paradiesbaum gehörte. In der Schöpfungsgeschichte der Bibel ist ja vom „Baum der Erkenntnis“ die Rede, von dessen Frucht Adam und Eva eigentlich nicht essen sollten. Ab dem 15. Jahrhundert wird von Tannenbäumen berichtet, die um Weihnachten in den Kirchen standen. Ursprünglich eher ein protestantischer Brauch, übernahm ihn im 19. Jahrhundert auch die katholische Kirche als Weihnachtssymbol neben der Krippe. Aus Deutschland verbreitete er sich schließlich in aller Welt. 

Urbi et orbi. So wird der festliche Segen des Papstes genannt, den er zum ersten Mal direkt nach seiner Wahl und darüber hinaus jährlich zu Ostern und Weihnachten spendet. Der gereimte Name sagt aus, dass dieser Segen der Stadt („urbi“) und dem Erdkreis („orbi“) gilt, denn der Papst ist nicht nur Oberhaupt der weltweiten römisch-katholischen Kirche, sondern auch Bischof von Rom. Den Segen gibt der Papst für gewöhnlich vom Balkon des Petersdoms. 2015 wurde der Segen „Urbi et orbi“ von 120 Fernsehsendern live in rund 60 Länder übertragen.

Vom Himmel hoch. Ein echtes Lutherlied, das auch im neuen, katholischen Gotteslob zu finden ist (Nr. 237). Es wird berichtet, dass es der Reformator Martin Luther 1535 für die Weihnachtsbescherung seiner eigenen Kinder dichtete. Später soll er auch die Melodie dazu komponiert haben. In den ersten fünf Strophen „spricht“ der Engel, der den Hirten die Geburt von Jesus verkündet und sie ermutigt, zur Krippe zu gehen. Engel sind in der Bibel Boten Gottes. Ob sie Flügel haben oder nicht, spielt keine Rolle. Wichtiger ist: Sie bringen zum Ausdruck, dass es eine direkte Verbindung zwischen Gott und Menschen gibt – damals wie heute. Ob wir ihn hören, liegt weniger an ihm, sondern meist an uns.

Weihnachtszeit. Auch wenn es heute oft so aussieht, als würde die Weihnachtszeit mit den ersten Weihnachtsmärkten Ende November beginnen und an Weihnachten ihren Höhepunkt erreichen: Das ist falsch. Die Vorbereitungszeit auf Weihnachten ist der Advent. Wie es in der Liturgie üblich ist, beginnt ein Fest bereits mit dem Abendgebet des Vortags, der Vesper. An Weihnachten ist das der 24. Dezember. Der eigentliche Weihnachtstag ist der 25. Dezember. Damit beginnt die Weihnachtszeit. Sie endet am Sonntag nach dem 6. Januar, dem Fest der Erscheinung des Herrn (auch: Heilige Drei Könige). An diesem Sonntag wird an die Taufe von Jesus durch Johannes im Jordan erinnert. Die orthodoxen christlichen Kirchen feiern Weihnachten am 6. Januar.

X-mas. Durch amerikanische Einflüsse wird Weihnachten auch hierzulande immer häufiger als „X-mas“ abgekürzt. Das steht für das englische Wort für Weihnachten: „christmas“. Der Buchstabe X ist dabei eine weitere Abkürzung – nämlich für den ersten Buchstaben des griechischen Worts „Christus“. Es heißt übersetzt „Gesalbter“. So gesehen weist das hierzulande eher gedankenlos übernommene „X-mas“ auf den Ursprung von Weihnachten hin: auf die Geburt von Jesus Christus.

Y. Weil das Wort „Sohn Gottes“ im Griechischen mit dem Buchstaben „Y“ beginnt, wird er auch als „Weihnachtsbuchstabe“ bezeichnet.

Zion. Ursprünglich die „Burg Zion“, wurde der Zion mit dem Bau des ersten Jerusalemer Tempels unter König Salomo zum Symbol für die Wohnung Gottes und der Berg Zion – Jerusalem – zum Tempelberg. Nach der Zerstörung des Tempels 586 vor Christus wurde Zion Ort der Erinnerung und Sehnsucht der heimatlosen Juden. Der heute als „Zionsberg“ benannte Hügel vor der Stadtmauer Jerusalems ist daher eine Verkürzung. Im berühmten Advents- und Weihnachtslied „Tochter Zion“ (Gotteslob Nr. 228) ist Jerusalem aufgerufen, sich über die Ankunft des Königs zu freuen. Damit klingt allerdings für Christen auch schon der Palmsonntag an, wenn nämlich Jesus Christus als König durch das Stadttor nach Jerusalem einzieht und die Menschen ihn stürmisch begrüßen. Allerdings ist er gekommen, um am Kreuz zu sterben und von den Toten aufzuerstehen.