Am 21. September entscheidet die Katholikentagsleitung

Das Programm des Katholikentags in Münster steht – fast

Viel zu lesen: Derzeit ackern die Vertreter des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) und des Gastgeber-Bistums Münster in der Katholikentagsleitung einen Stapel Papier durch, in dem alle knapp 1.000 Veranstaltungen des Katholikentags 2018 in Münster beschrieben sind. Bei der Leitungs-Sitzung am 21. September fällt dann die Entscheidung, was ins Programm kommt.

Damit „steht“ dieses aber noch lange nicht, sagt Andreas Kratel, Bereichsleiter Programm beim Katholikentag. Wenn die Leitung den Vorschlag angenommen hat, beginnen die Anfragen bei den Mitwirkenden: „Natürlich werden nicht alle zusagen können.“

Programmänderungen bleiben möglich

Muss jemand passen, dann überlegt das Team in Münster, wen man stattdessen fragen könnte. Redaktionsschluss für das Programm, das ja auch als Buch gedruckt werden soll, ist der 15. Dezember. „Bewegung ist aber bis zum Katholikentag selbst“, beschreibt Kratel. Schließlich könne kurzfristig jemand erkranken – oder aus aktuellem Anlass eine Podiumsdiskussion neu ins Programm aufgenommen werden.

Das Grundsatz-Ja der Katholikentagsleitung ist dennoch ein wichtiger Meilenstein für das Programm. Zwar sei denkbar, dass die Leitung die eine oder andere Veranstaltung streicht oder Bedenken bei manchen Mitwirkenden anmeldet. Aber beim Großteil verlassen sich die Verantwortlichen auf die Vorarbeit der Experten im Bereich Programm des Katholikentagsbüros.

Die meisten Ideen von außen schaffen es ins Programm

Neben den zentralen Programmpunkten wie Eröffnung und Abschlussgottesdienst hat es rund 750 Programm-Vorschläge von außen gegeben, also von Verbänden und Initiativen. Das ist bei jedem Katholikentag so, wenn auch diesmal der Ideen-Anteil aus dem Gastgeber-Bistum „sehr hoch“ sei, sagt Kratel. Das wundert ihn nicht: „Schließlich leben im Bistum Münster mehr als zehnmal so viele Katholiken wie im Bistum Dresden, wo wir 2016 in Leipzig zu Gast waren.“

Die „große Mehrheit“ der Ideen von außen schaffe es ins Programm. Das Katholikentagsbüro steht seit dem Frühjahr mit jenen Verbänden und Initiativen in Kontakt, deren Ideen gute Chancen haben. „Wir müssen ja wissen: Welches Material braucht die Veranstaltung, was kostet sie, welche Mitwirkenden sind geplant?“

Warum es manchmal nicht klappt

Hat eine Idee das Nachsehen, liege das oft an einem von drei Gründen. Erstens an Dopplungen. Zweites Problem: „Manche Ideen sind so aufwändig oder so kreativ, dass sie sich nicht stemmen lassen.“ Auch könnten Behörden einzelne Vorhaben nicht genehmigen.

Der dritte Grund waren Raum- und Personalpläne: „Manche wollten unbedingt in Räume, die wir gar nicht als Veranstaltungsorte nutzen oder anmieten.“ Auch war es ein Problem, wenn ein Referent „nur am Freitag um 12 Uhr“ Zeit habe. Zwar versucht das Katholikentags-Team, bei Räumen und Zeiten vieles möglich zu machen: „Aber alles geht nicht.“

Programm wird im Januar vorgestellt

Die Hoheit über Zeiten und Orte liegt ohnehin beim Katholikentag: „Workshops finden aus Erfahrung immer in Klassenräumen in Schulen statt, Diskussionen eher in größeren Sälen“, sagt Kratel.

Einen ersten offiziellen Einblick ins Programm gewährt der Katholikentag bei einer Pressekonferenz im Januar. Im Frühjahr 2017 erscheint dann der Gesamtüberblick als Buch. Wurden beim Katholikentag in Leipzig noch 60.000 Exemplare gedruckt, soll diese Zahl in Münster sinken.

Buch und App

Denn Dauerteilnehmer und Mitwirkende bekommen nicht mehr automatisch ein Programm-Buch: „Nur noch auf Wunsch“, betont Kratel. Der Grund sei die Katholikentags-App fürs Handy: „Schon 2016 in Leipzig haben 11.000 Leute sie genutzt, das war ein Drittel der Dauergäste.“

Die App habe zwei Vorteile: Erstens werde sie bis zum Katholikentag laufend aktualisiert. Und zweitens: Wer die App nutze und auf das Programm-Buch verzichte, helfe, Papier zu sparen.