DJK Eintracht Stadtlohn erhält den dritten Preis 2018

Ehrenamtspreis für integratives Ferienlager aus Stadtlohn

„Inklusion ist kein Thema mehr im Zeltlager und wird so zur Selbstverständlichkeit!“, ist sich Marc Klein-Günnewick sicher. Und dennoch: Durch ihr ehrenamtliches Engagement ermöglichen die 30 Ehrenamtlichen Jahr für Jahr eine 14-tägige Auszeit für rund 100 Kinder und Jugendliche – eben mit und ohne Behinderung.

In diesem Jahr zum 55. Mal fahren die Kinder und Betreuer des inklusiven Kinder- und Jugendferienlagers der DJK Eintracht Stadtlohn auf den Zeltplatz nach Hönningen an der Ahr in der Eifel. „Was 1964 mit einer kleinen Mannschaftsfahrt begann, ist mittlerweile zu einer festen Institution der inklusiven Kinder- und Jugendarbeit in Stadtlohn, im Kreis Borken und teilweise auch darüber hinaus geworden“, erklärt Klein-Günnewick, der seit 2002 im Betreuerteam ist.

Betreuer kommen aus unterschiedlichen Regionen und Generationen

Mit „darüber hinaus“ beschreibt der stellvertretende Lagerleiter, dass mittlerweile auch Betreuer zum Beispiel aus der Eifel oder Bremerhaven zum Team zählen. „Wir hatten auch schon Teilnehmer aus Krefeld, Düsseldorf und dem ganzen Gebiet des Kreises Borken dabei.“

Außerdem sei das Ferienlager nicht nur ein integratives, sondern auch ein Generationen übergreifendes Projekt. So ist der Gründer des Ferienlagers, Eduard „Edu“ Bockwinkel, zum letzten Mal 2011 im Alter von 78 Jahren mit an die Ahr gefahren und hat die Lagerteilnehmer mit seiner „berüchtigten Edu-Suppe“ kulinarisch versorgt. Im gleichen Jahr ist der Lagergründer vom damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff „für sein herausragendes Engagement rund um das Ferienlager“ mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden.

Das Ja-Wort im Ferienlager

Nicht nur unter den Kindern, Jugendlichen und Betreuern wüchsen durch das Ferienlager bleibende Freundschaften, weiß Klein-Günnewick zu berichten. Auch die Verbundenheit zur Ortschaft Hönningen und seiner Einwohner sei über die Jahre gewachsen. Der bisherige Höhepunkt dieser Freundschaft: Eine Hochzeit im Ferienlager. „Unser langjähriger Betreuer Rainer Bernert und Claudia Weser, die Tochter des Hausmeisters unseres Pavillons in Hönningen, haben sich im Lager 2014 das Ja-Wort gegeben und dies mit allen Lagerteilnehmern gefeiert“, erinnert sich Marc Klein-Günnewick.

Der erwähnte Pavillon auf dem angepachteten Zeltplatz dient im Ferienlager als Schlafstätte für einige Teilnehmer mit Behinderung, als Großküche und als Raum für Lageraktivitäten. „Ursprünglich war das ein Schulpavillon des bischöflichen Canisiusstifts in Ahaus“, erklärt der stellvertretende Lagerleiter. Diesen haben die DJK-ler vom Generalvikariat abkaufen können, ihn zerlegt, die Einzelteile nach Hönningen transportiert und dort wieder aufgebaut. Das war in den 1980er Jahren.

Ehrenamtliche renovieren tausende Stunden

Im Lauf der Jahre mussten die Ehrenamtlichen immer wieder für Renovierungsarbeiten Hand anlegen: 2013 war die Außenfassade dran, 2015 die Elektrik, 2016 die Großküche. „Allein 2016 hat das Betreuerteam insgesamt etwa 10.000 Stunden ehrenamtlich in den Umbau unseres Pavillons und die Durchführung unserer Ferienfreizeit investiert“, berichtet Klein-Günnewick. Dazu hätten sie abgesehen vom Lager noch 19 weitere Wochenenden in der Eifel verbracht.

„Im März dieses Jahres konnten wir die Renovierung der Schlafräume abschließen“, so Klein-Günnewick weiter. Dafür haben die Ehrenamtlichen neun Wochenenden in „ihrem“ Hönningen in der Eifel „mit viel Anstrengung aber auch viel Spaß“ verbracht. Und mit Stolz und Erleichterung in der Stimme fügt Marc Klein-Günnewick hinzu: „Damit ist der Umbau erstmal abgeschlossen.“