Mitstreiter über Facebook gesucht

Ein Rentner und seine Vision: Weltweites Orgelkonzert für den Frieden

Als er nachts wieder einmal nicht schlafen konnte, kam Heinrich Hüning aus Freckenhorst die Idee zu einem Orgelkonzert für den Frieden, das wie eine Art Staffellauf um die Welt geht. Er hatte am Abend zuvor ein Orgelkonzert besucht und sich zum wiederholten Mal über die klangliche Schönheit gefreut.

Es war aber auch das Motto des Katholikentags, „Suche Frieden“, das ihn ansprach. „Den Frieden brauchen wir unbedingt“, bekräftigt der Rentner. Er malt sich aus, dass an jedem ersten Sonntag eines Monats um 12 Uhr in jeder der 24 Zeitzonen der Welt ein einstündiges Orgelkonzert für den Frieden erklingen könnte.

Absage von Hilfswerken stärken Entschluss

Heinrich Hüning.
Heinrich Hüning. | Foto: Claudia Maria Korsmeier

Das wären 24 Stunden musikalisches Friedensgebet: „Ein ganzer Tag mit Musik für den Frieden“, schwärmt Hüning. Und er weiß auch, dass schon die Orgelmusik an sich ein Stück Frieden in die Welt bringt. Hüning, der in der Versicherungsbranche gearbeitet hat, ist aber Realist genug, um zu wissen, dass er ein solches Projekt nicht allein planen und umsetzen kann.

Er fragte zunächst verschiedene Hilfswerke und Orden um Rat, „weil die doch in der ganzen Welt verteilt sind“. Konkrete Hilfe bekam er zwar nicht, aber er wurde in seinem Wunsch, mit einem weltweiten Orgelkonzert ein Zeichen für den Frieden zu setzen, bestärkt.

Zeit seines Lebens für andere engagiert

Kontakt zum "Friedens-Orgel"-Projekt von Heinrich Hüning über Facebook oder per E-Mail an friedens-orgel@gmx.de.

Hüning richtete eine Facebook-Seite und eine E-Mail-Adresse für sein Projekt „Friedensorgel“ ein. Über diese Medien hatte er bereits erste Kontakte geknüpft, als er schwer erkrankte und mehrere Wochen in Krankenhäusern verbringen musste.

Wieder genesen, nimmt Hüning den Faden wieder auf. Der Rentner ist zwar körperlich beeinträchtigt, aber geistig ungebrochen energisch. Er hat sich Zeit seines Lebens für andere engagiert und schon verschiedene Hilfsprojekte zu einem Erfolg geführt.

Begeisterung soll weltweit wachsen

Der Plan eines weltweiten Orgelkonzerts für den Frieden stellt ihn nun aber vor ganz andere Herausforderungen als seine bisherigen Projekte. So spricht Hüning keine Fremdsprachen: „Ich suche Mitstreiter, die sprachlich versierter sind als ich“, sagt er.

Die zum Beispiel Englisch oder Spanisch sprechen, die Kontakte zu Organisten haben oder knüpfen können, die diese Kontakte vernetzen können und die sich von der Idee eines sozusagen 24-stündigen, weltweiten Orgelkonzerts so begeistern lassen, wie er es ist. „Man kann ja klein anfangen“, schlägt er auch vor. „Von da aus kann man dann nach und nach weitergehen. Man kann so viel daraus machen ...“

In kleinen Schritten zum großen Projekt

Hüning stellt sich zum Beispiel auch vor, dass innerhalb einer Zeitzone die austragenden Kirchen und Organisten monatlich wechseln könnten. Auch könnten um ein Konzert herum Gebetszeiten und andere Aktivitäten angeboten werden. Er träumt davon, dass sich so mit der Zeit weit mehr als 24 Kirch­orte untereinander für das Projekt „Friedensorgel“ vernetzen.

Hüning ist klar, dass sein Projekt eines weltumspannenden Orgelkonzerts für den Frieden nicht ohne weiteres zu realisieren sein wird. Aber er weiß auch: „Wenn nicht begonnen wird, kann auch nichts werden.“ Interessierte sind eingeladen, sich mit ihm und unterein­ander zu verständigen und zu helfen, das weltumspannende Orgelkonzert für den Frieden umzusetzen.