Gerhard Lohfink erklärt den Glauben für Christen und Nichtchristen

Ein Theologe schreibt Familie Westerkamp

Familie Westerkamp lebt in Norddeutschland. Hannah, neun Jahre alt, möchte mit den anderen Mädchen zur Erstkommunion gehen und zuvor getauft werden. Ihre Mutter ist zwar getauft und gefirmt, hat aber jeden Kontakt zur Kirche verloren. Ihr Vater ist nicht christlich aufgewachsen. Doch die Eltern respektieren die Entscheidung ihrer Tochter – und sie möchten selbst mehr über den christlichen Glauben wissen.

An diese Familie schreibt Gerhard Lohfink 50 Briefe. Es geht um die Frage, wie man sich Gott vorstellen kann, es geht um die Schöpfung und die Hölle, um Gewalt in der Bibel und um Barmherzigkeit. Auch die Taufe und die Eucharistie kommen vor.

Wichtige Fragen des Glaubens spricht der Theologe, der früher Professor für Neues Testament in Tübingen war, in diesem Buch also an. Er richtet sich an interessierte Nichtchristen und zugleich an alle, die ihre Kenntnisse über das Christentum vertiefen möchten.

Kurze, verständliche Briefe

Lohfink gelingt es, selbst schwierige theologische Fragen erfreulich verständlich zu erörtern. Vorteilhaft ist, dass alle Kapitel wegen der Briefform nur wenige Seiten lang sind. Das erleichtert die Lesbarkeit. Am Ende steht noch ein 20-seitiges Glossar mit wichtigen Begriffen von Abram bis Zwölfstämmevolk.

Gerhard Lohfink
Der christliche Glaube
erklärt in 50 Briefen

Herder-Verlag, 272 Seiten
25 Euro
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Tochter Hannah, Mutter und Vater Westerkamp, die Adressaten der Briefe, hat es nie gegeben – sie sind fiktiv. Lohfink hat bewusst einen Kunstgriff angewandt, aber das schadet nicht. Denn der Autor erliegt nicht der weit verbreiteten Gefahr, dass seine Texte durch so eine Methode allzu künstlich wirken.

Einflüsse aus realen Briefen

Entstanden sind lebensnahe, konkrete Erklärungen, eingeflossen sind dabei Briefe an wirkliche Adressaten. Lohfink erwähnt Streit und Konflikte, die es in Familien nun mal gibt. Und auch der Ärger, den Hannah als junge Messdienerin hat, weil sie gehänselt wird, ist realistisch.

„Je länger ich den Westerkamps Briefe schrieb, desto lebendiger stand mir diese Familie vor Augen, vor allem auch die neunjährige Hannah”, notiert Lohfink in seinem Nachwort. „Manchmal habe ich um die drei gezittert. Aber meistens habe ich mich über sie gefreut.”