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Neues Buch porträtiert die Ewige Stadt mit spannenden Reportagen und Interviews

„Galileo“-Moderator Stefan Gödde: Überraschender Reiseführer durch Rom

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Stefan Gödde, "Galileo"-Moderator (ProSieben), gebürtiger Paderborner, aufgewachsen im Sauerland und Wahl-Münchner, ist bekannt für seine Fernseh-Reportagen aus fernen Ländern. Jetzt hat er sein zweites Reisebuch geschrieben: Nach dem Bestseller über Jerusalem präsentiert er einen sehr persönlichen Führer durch Rom. Was ihn an der Ewigen Stadt so fasziniert, wo er besonders gern Gottesdienste mitfeiert und welche Geheim-Tipps er für einen Besuch gibt, hat er uns im Interview verraten.

Herr Gödde, Sie kommen als „Galileo“-Moderator viel in der Welt herum, drehen aufwendige Reportagen in Nordkorea, Tschernobyl, USA ... Jetzt gibt es Ihren zweiten Reiseführer: nach einem über Jerusalem jetzt über Rom – wieder über ein religiöses Zentrum. Wie kommt’s?

Nachdem mein Jerusalem-Buch ja innerhalb kürzester Zeit zum Bestseller wurde, hat mich der Polyglott-Verlag gefragt, welche Stadt mir sonst noch am Herzen liegt. Da ist mir sofort Rom in den Sinn gekommen, weil ich schon oft dort war und die Stadt mich jedes Mal unglaublich fasziniert. Ich wollte Menschen an meiner Liebe zu Rom teilhaben lassen – aber abseits der ausgetretenen Pfade, auf denen die meisten anderen Reiseführer unterwegs sind.

Und doch ist es auffällig, dass beide Bücher religiöse Zentren zum Inhalt haben …

Absolut richtig. Das hat einfach damit zu tun, dass mir mein Glaube immer schon wichtig war und nach wie vor sehr wichtig ist. Religion und Geschichte interessieren mich, von daher spielen auch die Jerusalem und Rom eine besondere Rolle in meinem Leben.

Wie schon Ihr Jerusalem-Buch lebt auch Ihr Rom-Führer von Reportagen, Interviews und persönlichen Erlebnissen. Zu Ihren Gesprächspartnern gehören ein Schweizer Gardist, ein Latein-Experte im vatikanischen Staatssekretariat, der Schneider der Päpste und ein Sterne-Koch aus Deutschland. Was war das spannendste Treffen?

Das kann ich so gar nicht sagen, weil jede Begegnung auf ihre Weise einzigartig war. Den Schneider der Päpste zu treffen, war schon allein deshalb überraschend, weil er so ganz anders aussieht als man sich das vorstellt.

Nämlich wie?

Stefan Gödde und Filippo SorcinelliStefan Gödde (rechts) beim "Schneider der Päpste", Filippo Sorcinelli. | Foto: Maximilian Halbe

Naja, ich hätte einen eher konservativ gekleideten Herrn in Anzug mit Einstecktuch und glänzenden Schuhen erwartet. Aber dann stand auf einmal Filippo Sorcinelli vor mir: ein junger Mann mit Glatze, großem Ohrring, Hipster-Bart und Tattoos. Und erzählt mir von seiner Liebe zur Kirche und zur Liturgie, zu den Farben und Düften dort, dass er Kirchenmusik studiert hat und Orgel spielt und über die kleine Schneiderei seiner Tante in dieses Business gekommen ist. Heute ist sein Betrieb so erfolgreich, dass er Messgewänder für Benedikt XVI. und Franziskus geschneidert hat und für Kleriker aus allen möglichen Ländern arbeitet. Genauso hat mich auch das Zusammentreffen mit der Chef-Archäologin der „Domus Aurea" beeindruckt - das ist die riesenhafte Palastanlage von Kaiser Nero. Man kann dort die alte Pracht mit einer Virtual-Reality-Brille wieder auferstehen lassen, absolut faszinierend.

Es gibt in Ihrem Buch ein Foto von Ihnen mit Papst Franziskus. Was ist die Geschichte dazu?

Stefan Gödde und Papst FranziskusBewegende Begegnung: Stefan Gödde und Papst Franziskus während einer Generalaudienz. | Foto: L’Osservatore Romano

Dahinter steckt einer der größten Geheimtipps für Rom: Ich bin nämlich ganz früh aufgestanden, um sehr zeitig bei der wöchentlichen Generalaudienz des Papstes dabei zu sein. Wenn man dann weiß, dass sich Franziskus schon vor Beginn der Audienz viel Zeit nimmt, um mit Menschen zu sprechen, Hände zu schütteln, Fotos zu machen – und dann noch einen guten Platz erwischt, dann ist die Chance relativ groß, dem Heiligen Vater so nah zu begegnen, wie ich es erleben durfte. Das war sehr beeindruckend.

Bei Quartiersempfehlungen etwa in Pilgerherbergen - neben dem einen oder anderen Nobelhotel - geben Sie in Ihrem Buch auch Hinweise auf Hauskapellen oder auf besonders beeindruckende Gottesdienste. Für wen haben Sie Ihren Rom-Führer geschrieben?

Das Buch bequem bestellenBuch-Cover "Nice to meet you, Rom""Nice to meet you, Rom" von Stefan Gödde (208 Seiten, Taschenbuch, 14,99 €) können Sie hier bei unserem Partner Dialog-Versand bestellen.

Das Buch eignet sich einerseits für Rom-Neulinge, die sowohl die Basics als auch einige Tipps abseits der Touristenströme finden. Aber mir geht es eben nicht darum, wie man das beste Foto im Getümmel am Trevibrunnen schießt. Mein Anspruch war, auch „Wiederholungstätern“ Hinweise zu geben, wie man noch tiefer in diese grandiose Stadt eintauchen kann. Für mich persönlich gehört dazu etwa ein Abendgottesdienst mit der Gemeinschaft von Sant‘ Egidio, ein ganz besonderes Erlebnis mit sehr berührenden Gesängen in der unfassbar schönen Kirche Santa Maria in Trastevere. Ohnehin bin ich ein großer Fan dieser Gemeinschaft, die sich sowohl um arme Menschen in Rom und übrigens ebenso hier in München als auch um Flüchtlinge und um Friedenspolitik weltweit kümmert. Darum unterstütze ich sie sehr gern, indem das, was ich mit diesem neuen Buch verdiene, komplett an die Gemeinschaft von Sant‘ Egidio geht.

Drei kurze Favoriten-Fragen: Ihre Lieblingskirche in Rom?

Wow, das ist schwer! Ich bin sehr verbunden mit der Kirche Santa Maria dell‘ Anima, der deutschen Nationalkirche nahe der Piazza Navona. Für deutsche Rombesucher ist es einfach schön, dort eine Messe in der eigenen Muttersprache mitfeiern zu können. Ich erlebe das immer als Heimat in der Ferne. Außerdem macht die Gemeinde eine großartige Jugendarbeit – und die Kirche selbst ist umwerfend.

Ihr Lieblings-Outdoor-Ort in Rom?

Das ist definitiv der Platz über der Piazza del Popolo, oben auf dem Monte Pincio. Am besten bei Sonnenuntergang, umgeben von Musikern und Seifenblasenkünstlern – und mit einem unvergesslichen Blick über die Stadt.

Ihr Lieblings-Geheimtipp, wenn man genug hat von Kirche und Kultur?

Lust auf Rom?
Petersdom
Unser Partner Emmaus-Reisen bietet Reisen in die Ewige Stadt an.

Dann würde ich einen Abend im Restaurant „l’Eau vive“ empfehlen, von dem ich auch in meinem Buch erzähle: tolles Essen zu bezahlbaren Preisen in einem alten Palazzo am Pantheon. Der Hammer: Das Restaurant wird von französischen Ordensfrauen betrieben. Am Ende des Abends verteilen sie Liedzettel zum Mitsingen, und eine der Schwestern erzählt tanzend die Lebensgeschichte der heiligen Thérèse von Lisieux. Ein sehr berührendes Erlebnis! Und wenn es weniger fromm sein soll, würde ich in die Bar Calisto gehen, ganz in der Nähe von Santa Maria in Trastevere. Da trifft sich ganz Rom, Jung und Alt, Arm und Reich, Einheimische und Touristen. Ein Abend dort wird immer großartig!

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