Ort für Dialog mit Juden, Christen, Muslimen, Buddhisten, Hindus und Andersglaubenden

„Garten der Religonen“ in Recklinghausen feierlich eröffnet

Mit einer zweistündigen Feierstunde in der voll besetzten St.-Franziskus-Kirche in Recklinghausen öffnete der „Garten der Religionen“ offiziell seine Pforten. Gemeindemitglieder, Handwerker, Vertreter der unterschiedlichen Religionen, Sponsoren und viele Interessierte waren in das Gotteshaus des ehemaligen Franzikanerklosters gekommen. „Wir können beginnen. Das Kind ist geboren“, freute sich Bernhard Lübbering sichtlich. Das Herzensprojekt des emeritierten Pfarrers, der seit Jahrzehnten aktiv im interreligiösen Dialog ist, kann nun jeden Tag von 10 bis 18 Uhr (außer donnerstagsvormittags) besucht werden.

20 Ehrenamtliche haben sich in den vergangenen drei Jahren darauf vorbereitet, durch den Garten zu führen. „Wir wünschen uns, dass von diesem Ort Frieden und Respekt in die Gesellschaft ausstrahlt. Es geht um die Wertschätzung der abrahamitischen Weltreligionen und der asiatischen Glaubensrichtungen“, nannte Lübbering das Ansinnen des Gartens. Der erste Bauabschnitt, den auch das Bistum Münster finanziell unterstützt hat, sei nun pünktlich fertiggestellt worden. Zwei weitere würden später noch folgen.

„Wir hoffen auf vielfältige Begegnungen“

Die sechs Stationen in dem Garten hinter der Kirche stehen für das Judentum, das Christentum, den Islam, den Buddhismus, den Hinduismus und für Andersglaubende. Auf den Natursteinstelen findet sich jeweils ein Impulswort, das zum Gespräch anregt. Auf den Stelen sind große Spiegel montiert.

„Wir hoffen auf vielfältige Begegnungen, die zum Frieden und zur Verständigung beitragen“, sagte Kultur- und Kunsthistorikerin Dr. Hildegard Erlemann, ehrenamtliche Koordinatorin der Ausbildungsgruppe der Begleiter. Erste Anmeldungen von Gruppen gäbe es bereits. Geeignet sei der Garten auch als außerschulischer Lernort, denn die begleitende Ausstellung „WeltReligionen – WeltFrieden – WeltEthos“ kann von Gruppen ebenfalls besichtigt werden.

„Eine wertschätzende Einladung zur Begegnung und zum Kennenlernen“

Weihbischof Rolf Lohmann lobte das Engagement der Beteiligten. Gerade in Zeiten, in der fundamentalistische Strömungen zunähmen, sei es wichtig, den interreligiösen Dialog als Beitrag zum Frieden zwischen Menschen und Religionen zu stärken. „Diesem Anliegen fühlen sich die vielen Menschen aus dem Team von Bernhard Lübbering in besonderer Weise verpflichtet. Hier steht das Trennende nicht im Vordergrund. Der Garten der Religionen ist eine wertschätzende Einladung zur Begegnung und zum Kennenlernen“, sagte Lohmann.

Landschaftsarchitektin Maria Mandt, die bereits 2011 den Garten der Religionen in Köln gestaltet und das Projekt in Recklinghausen in den vergangenen fünf Jahren begleitet hatte, betonte die Besonderheit des Konzeptes. „Eine klare architektonische Sprache definiert die einzelnen Plätze. Das Spiel des Lebens übersetzt als Suche nach der eigenen Mitte ist neu interpretiert, und bei Ihnen gibt es einen Platz für Menschen, die auf der Suche sind.“ Im Anschluss überreichte Mandt den Aktiven aus der Gemeinde und dem Förderverein symbolisch einen Schlüssel, den die „Krippenbauer“ von St. Franziskus gebaut hatten. Die Gruppe übernimmt auch ehrenamtlich einen Großteil der Pflege des Gartens. Zum Abschluss der Feierstunde, die musikalisch vom Vivaldi-Ensemble und Flötistin Andrea Möller gestaltet wurde, brachten Vertreter der verschiedenen Religionen ihren Wunsch nach Frieden in Gebeten zum Ausdruck.

Informationen zum Garten der Religionen, zu Fördermöglichkeiten und Gruppenanmeldungen gibt es im Internet unter www. garten-der-religionen-recklinghausen.de.