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Ort des religiösen Dialogs in Recklinghausen bietet wieder Führungen an

Willkommen im „Garten der Religionen“

In einem „Garten der Religionen“ in Recklinghausen können Besucher die Bedeutung der Weltreligionen für den Frieden in der Welt entdecken. Nach einer Pause wegen der Corona-Pandemie sind jetzt wieder geführte Besichtigungen möglich.

An diesem Nachmittag empfängt Pfarrer em. Bernhard Lübbering im „Garten der Religionen“ an der Kirche St. Franziskus im Recklinghäuser Stadtteil Stuckenbusch besondere Gäste. Es sind Franziskaner aus dem Konvent in Dortmund, die sich zu einer einstündigen Führung angemeldet haben. Sie sind auch deshalb besondere Gäste, weil die Franziskaner über viele Jahrzehnte in Stuckenbusch einen Konvent hatten. Das Kloster bestand bis 1969.

Gekommen sind Franziskaner aber immer wieder, um in der Kirche Gottesdienst zu feiern wie Bruder Klaus Albers, der in den 1970er Jahren in Stuckenbusch lebte und sich nun über den hinter der Kirche gelegenen „Garten der Religionen“ informieren möchte.

Ort hat franziskanische Tradition

„Es ist ein schönes Gelände. Ich bin gern an diesem Ort, der für unsere Ordensgemeinschaft eine schöne Tradition hat“, sagt Bruder Klaus und geht mit seinen Mitbrüdern den nur wenige hundert Meter langen Rundgang ab. Pfarrer Lübbering, Ideengeber des im Herbst letzten Jahres eröffneten „Garten der Religionen“, erklärt den Ort der Begegnung und des Dialogs.

„Der Garten möchte auf die verschiedenen Religionen aufmerksam machen, die seit Jahrtausenden versuchen, auf die grundlegenden Fragen der Menschen Antworten zu geben. Es geht darum, gegenseitige Wertschätzung in unsere Welt zu bringen“, sagt Lübbering und zitiert den Theologen Hans Küng: „Kein Frieden unter den Nationen ohne Frieden unter den Religionen. Kein Frieden unter den Religionen ohne Dialog zwischen den Religionen. Kein Dialog zwischen den Religionen ohne Grundlagenforschung in den Religionen.“

Eine Sanduhr eröffnet den Rundgang

Im Eingang des Gartens steht eine „Sanduhr“. Sie kann ein Zeichen dafür sein, zur rechten Zeit das Richtige zu tun und das Falsche zu lassen. Ein Kreisbild auf dem Boden soll die Besucher animieren, die Mitte des Lebens zu suchen. Sechs Naturstein-Stelen repräsentieren die fünf großen Weltreligionen Judentum, Christentum, Islam, Buddhismus und Hinduismus sowie jene Menschen, die sich keiner Religion zugehörig fühlen. Die Stelen sind jeweils mit einem Impulswort gekennzeichnet und tragen einen Spiegel, in dem sich der Betrachter selbst und den Himmel sehen kann.

Den Abschluss des Rundgangs bildet eine Friedensglocke. Sie erinnert daran, eine Auszeit zu nehmen und inne zu halten. „In unserem Garten kann sie ein Zeichen dafür sein, dass die Religionen nicht Hass und Krieg, sondern Frieden und Versöhnung befördern können“, sagt Lübbering.

Führungen fangen wieder an

Gleich nach der Eröffnung des Gartens im Oktober 2019 hatten 30 Gruppen mit mehr als 400 Besuchern das Gelände besucht. Da der Garten täglich von 10 bis 18 Uhr (außer donnerstagsmorgens) geöffnet ist, kamen auch einzelne Gäste in den Park. Für das erste Halbjahr 2020 hatten sich 50 Gruppen zum Besuch angemeldet. „Leider mussten fast alle wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden“, bedauert Lübbering.

Erst jetzt ist es wieder möglich, kleine Gruppen durch den Garten zu begleiten, da die Hygiene-Vorschriften eingehalten werden können. Ab sofort können auch sonntags jeweils um 15 Uhr Besucher in kleinen Gruppen mit bis zu zehn Personen begleitet werden. Dafür ist keine Anmeldung notwendig.

Ausbildung für ehrenamtliche Begleiter

Für die zweite Jahreshälfte hofft der Förderverein des „Gartens der Religionen“, einen Teil seiner bisherigen Aktivitäten wieder aufnehmen zu können, so zum Beispiel die Veranstaltungsreihe im „Interreligiösen Forum“. Dort soll am 9.September der evangelische Theologe und Vorreiter des interreligiösen Dialogs, Professor Johannes Lähnemann, sprechen.

Schon Ende August soll ein zweiter Ausbildungsgang starten, in dem ehrenamtliche Begleiterinnen und Begleiter für die Betreuung der Besuchergruppen angeleitet werden. Weitere Informationen zum Garten der Religionen sind zu finden unter www.garten-der-religionen.de.

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