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In Marl setzt der interreligiöse Dialog bei den Jugendlichen an

Schüler erklären Schülern Kirche, Moschee und Synagoge

  • Christliche, muslimische und jüdische Schüler stelen sich gegenseitig ihre Gotteshäuser vor - in der Kirche, in der Moschee, in der Synagoge.
  • Das Projekt ist eingebunden in das 20. Abrahamsfest der Christlich-Islamisch-Jüdischen Arbeitsgemeinschaft Marl.
  • Das Ziel: Wertschätzung und Respekt gegenüber anderen Religionen.
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Was ist das Besondere an einer Kirche, dem Gotteshaus der Christen? Die Schülerinnen Merle, Marie und Aylin haben sich gut vorbereitet. Sie sind selber Christen und erklären ihren Mitschülern der Q 1 des Albert-Schweitzer-/Geschwister-Scholl-Gymnasiums in Marl die Kirche St. Georg, das älteste katholische Gotteshaus der Stadt.

Sie sprechen über die Taufe, Jesu Tod und Auferstehung und beantworten Fragen wie „Was ist uns in unserem Leben heilig?“ Eine der Antworten: „Für mich als Christin ist es die Hostie, das heilige Brot. Es gibt mir neben dem Gebet Kraft für mein Leben, für den Alltag.“

Lauschen der Kirchenmusik

Nach der Frage-und-Antwort-Runde wird noch eine weitere Erklärung auf die Einstiegsfrage hinzugefügt: Dem Organisten Markus Lienstromberg ist die Kirchenmusik auf der Orgel heilig. Das spürten die Schüler dieser elften Jahrgangsstufe, die ihm bei seiner Interpretation eines Werkes von Johann Sebastian Bach zum Abschluss des Kirchenbesuchs zuhörten.

Der Besuch von St. Georg war der Auftakt einer Tagesreise durch die Gotteshäuser der Juden, Christen und Muslime in Marl. Der außerschulische Unterricht war Teil des derzeit stattfindenden 20. Abrahamsfestes, das seit vielen Jahren für den interreligiösen Dialog in der Stadt steht und bei seinen Veranstaltungen regelmäßig die Schulen einbezieht.

Verschiedene Gebetshaltungen der Muslime

Alle Referenten kamen aus der Schülergruppe. Sie bestand aus drei Christinnen, einer Jüdin und mehreren Muslimen und Muslimas. Der Reisebus, der nur für diese Gruppe organisiert worden war, brachte die Jugendlichen nach der Kirche zur Fatih-Moschee am Bachackerweg. Die Schülerinnen und Schüler nahmen am muslimischen Mittagsgebet teil und sprachen anschließend über die verschiedenen Gebetshaltungen und darüber, warum es in einer Moschee keine Bilder und keine Instrumentalmusik gibt.

In der Synagoge in Recklinghausen stellte die jüdische Schülerin das Gotteshaus vor, das bis dahin ihren Mitschülern unbekannt war. „Kann ich Gott in der Synagoge nahekommen, auch wenn ich nicht Jude oder Jüdin bin?“ Diese Frage kam am Eingang unter dem Davidstern auf.

Gemeinsamkeiten in den Religionen

Zum Abschluss des Tages gaben drei Schüler ihre Statements zu diesem besonderen Unterrichtstag. Ein Resümee lautete: „Heute haben wir durch den Unterricht außerhalb der Schule so viel mehr gelernt durch den direkten Kontakt mit Gläubigen der drei großen Weltreligionen vor Ort. Wir wissen, dass es Unterschiede gibt, aber so viel mehr an Gemeinsamkeiten, die uns näherbringen und verbinden für eine friedlichere Welt.“

Über diese besondere Form des Unterrichts und die Tagestour sagte Mitorganisatorin Beatrix Ries von der Christlich-Islamisch-Jüdischen Arbeitsgemeinschaft in Marl: „So wächst das gegenseitige Verständnis und der Respekt vor der jeweils anderen Religion.“

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