Weihbischof kritisiert Kreuz-Erlass in Bayern

Geerlings: Kreuz nicht für Wahlkampf missbrauchen

Mit deutlicher Kritik hat der emeritierte Weihbischof Dieter Geerlings auf die Anordnung der bayerischen Landesregierung reagiert, das Kreuz in allen Dienstgebäuden verpflichtend aufhängen zu lassen. „Wer das Kreuz benutzt, um Stimmung zu machen gegen Andersdenkende, missbraucht dieses christliche Zentralzeichen“, sagte Geerlings einer Mitteilung der Bischöflichen Pressestelle zufolge. Demnach sprach der Weihbischof während des Festhochamts zum letzten Wallfahrtssonntag in der Kreuzkirche in Stromberg.

Dass das Kreuz Teil der öffentlichen Diskussion geworden ist, sei eine gute Sache und führe wie von selbst zu einem solchen Wallfahrtsort wie Stromberg, erklärte Geerlings. Es zeige sich, wie aktuell und wertvoll dieser Ort sei. „Das Kreuz ist für uns mehr als ein Zeichen der Kultur.“

Geerlings: Kreuz darf nicht zur Abgrenzung genutzt werden

Aus der Mitte der Kirche habe es Widerspruch gegeben am Beschluss der bayerischen Landesregierung, „weil das Manöver allzu durchsichtig nur als ein Signal der Abgrenzung in der allgegenwärtigen Flüchtlingsdebatte und als Wahlkampfstoff erschien“.

Er freue sich über jedes Kreuz im öffentlichen Raum als Botschaft selbstloser Liebe und höherer Gerechtigkeit. „Mit dem Zeichen des Kreuzes verbinden sich christliches Bekenntnis und Kultur, banale Gewohnheiten und existenzielle Herausforderungen, Leid und Tod, Anpassung und Widerstand, Niederlage und Sieg, Gnade und auch Gericht“, so Geerlings. Dennoch: Als „trotzig installierter Identitätsmarker, als Kampfansage, als Wahlkampfgag verliert es all das“.

Weihbischof: Kreuz gehört in den öffentlichen Raum

Das Kreuz sei immer eine Aufforderung gegen Gleichgültigkeit. „Und darum gehört es unbedingt in den öffentlichen Raum“, sagte Geerlings. Als ein Zeichen, das „an den gekreuzigten König erinnert, der die Menschen liebt, ohne sie auszugrenzen“.