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St. Johannes Bühren bei Vechta testet neue Form - und bleibt bei der alten

Gemeinde stimmt gegen Altar in der Mitte

  • Die St.-Laurentius Pfarrei im oldenburgischen Langförden hatte den Altar in ihrer St.-Johannes-Kirche im Ortsteil Bühren im Frühjahr provisorisch in die Mitte verlegt.
  • Nach mehreren Monaten Testphase hat die Pfarrei sich in einer Abstimmung jetzt gegen diese Umgestaltung entschieden.
  • Der alte Zustand ist mittlerweile wieder hergestellt.
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Der Innenraum der St.-Johannes-Kirche in Bühren wird nicht dauerhaft umgestaltet. Das ist das Ergebnis einer Abstimmung in der St.-Laurentius-Pfarrei im oldenburgischen Langförden bei Vechta. Die Gemeinde konnte dabei selbst entscheiden, ob der Bührener Altar dauerhaft weiter in die Mitte der Kirche verlegt wird - mit Bänken, von denen aus man von mehreren Seiten auf den Altar blicken kann.

Nach mehreren Monaten in einer testweise umgestalteten Kirche fiel das Votum eindeutig dagegen aus, mit 129 zu 43 Stimmen. „Damit ist die Sache vom Tisch und wird auf absehbare Zeit in der Bührener Gemeinde keine Rolle mehr spielen“, sagt Langfördens Pfarrer Ralph Forthaus auf Nachfrage von „Kirche-und-Leben.de“.

Provisorium konnte Mehrheit nicht überzeugen

Josef Osterloh
Der Pfarreiratsvorsitzende Josef Osterloh | Foto: Franz Josef Scheeben

Um den Kirchgängern einen besseren Eindruck einer veränderten Gestaltung zu ermöglichen, hatte die Gemeinde auf Beschluss des Pfarreirats das Innere der Bührener Kirche im Frühjahr versuchsweise umgestaltet. Ehrenamtliche Helfer bauten ein niedriges Podest für einen provisorischen Altarraum, verlegten Teppich, entfernten zehn Bänke aus der Kirche und rückten andere um einen kleinen provisorischen Altar herum.

Mit vergleichsweise wenig Aufwand sei es möglich gewesen, der Gemeinde ein Gefühl für die Umgestaltung zu vermitteln, erklärt der Pfarreiratsvorsitzende Josef Osterloh. „Das ist etwas anderes, als wenn man nur Modelle oder Zeichnungen sieht. Man bekommt einfach einen besseren Eindruck.“

Mehrheit wolle die alte Form zurück

Seit dem ersten Fastensonntag hatten die Bührener ihre Gottesdienste in der provisorisch umgebauten Kirche gefeiert. Jetzt ist sie wieder umgebaut. Eigentlich hätte die Testphase früher zu Ende gehen sollen. Wegen der vorübergehenden Kirchenschließung wegen der Corona-Pandemie habe die Gemeinde sie dann aber verlängert, so Osterloh.

Dem Pfarreiratsvorsitzenden wäre ein anderer Ausgang der Entscheidung lieber gewesen, gibt er zu. „Ich finde es schade. Ich war für einen Umbau. Ich wäre auch den nächsten Schritt gerne mitgegangen, auch wenn der dann sicher mehr Geld gekostet hätte als das Provisorium.“ Dennoch sei der Ablauf der Entscheidung ein gelungenes Beispiel für Demokratie. „Es ist okay, wie es ist.“ Deshalb hat er selbstverständlich auch mitgeholfen, die Kirche nach der Abstimmung wieder in den alten Zustand zurückzuversetzen.

Der Gemeinde nichts überstülpen

Pfarrer Ralph Forthaus
Pfarrer Ralph Forthaus | Foto: Michael Rottmann

Die Veränderungen hätten der Gemeinde helfen sollen, Liturgie besser zu erleben, erklärt Pfarrer Forthaus. Um Eucharistie besser erfahrbar zu machen, macht es aus seiner Sicht Sinn, dass der Altar mehr im Zentrum der feiernden Gemeinde steht. Doch auch für ihn ist die Sache jetzt entschieden.

„Es war von Anfang an so vorgesehen, dass die Gemeinde darüber entscheidet und dass das Ganze im Falle einer Ablehnung auch wieder zurückgebaut wird“, sagt Forthaus. „Wir wollen ihr ja nicht etwas überstülpen, was sie nicht will.“

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