Papst Franziskus bekundet Solidarität mit Kerala

Hilfe für Flutopfer in Indien – Religionsvertreter streiten

Nach großen Überschwemmungen in Indien stellt „Caritas international“ 200.000 Euro Hilfe bereit. Im südlichen Bundesstaat Kerala seien mindestens 324 Menschen ums Leben gekommen, teilte das deutsche Hilfswerk am Sonntag unter Berufung auf örtliche Behörden mit. Demnach handelt es sich um die schwersten Fluten in der Region seit 100 Jahren. 220.000 Menschen hätten ihre Häuser verlassen.

„Caritas international“ bittet um Spenden mit dem Stichwort „Fluthilfe“ auf das Konto DE88 6602 0500 0202 0202 02, Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, BIC: BFSWDE33KRL

„Gerade der arme Teil der Bevölkerung ist für solche Katastrophen nicht gerüstet“, kritisierte Peter Seidel von „Caritas international“. Die Lebensmittel dieser Menschen seien schnell aufgebraucht und sie müssten durch die schwierige hygienische Lage den Ausbruch von Krankheiten fürchten. Viele wohnten an Hängen und seien derzeit von Erdrutschen bedroht, so Seidel.

Solidarität und Gebet in Rom

Auch Papst Franziskus gedachte der Opfer der Monsunregen. „Möge es diesen Brüdern und Schwestern nicht an unserer Solidarität sowie konkreter Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft fehlen“, sagte er am Sonntag beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz.

„Ich bin der Kirche in Kerala nahe, die bei der Hilfe für die Bevölkerung in vorderster Front steht“, so der Papst. Die Menschen auf dem Platz bat er um ihr stilles Gebet für die Betroffenen der Katastrophe.

Hindu-Nationalisten greifen Christen für Hilfe an

Unterdessen kam es zu einem Streit der Religionsgemeinschaften über Hilfsaktionen. Die katholischen Bischöfe Indiens reagierten empört auf christen- und muslimfeindliche Propaganda von Hinduextremisten. „Es ist traurig zu sehen, dass sogar Lügen verbreitet werden und Spaltung betrieben wird, während die Menschen in Kerala im Kampf gegen die riesige Katastrophe zusammenstehen“, twitterte die Indische Bischofskonferenz.

Der in den USA lebende indische Publizist Rajiv Malhorta hatte auf Twitter Hindus weltweit zu Spenden für die hinduistischen Überschwemmungsopfer aufgerufen. „Christen und Muslime sammeln weltweit viel Geld, um in erster Linie ihren eigenen Leuten und politischen Zielen zu helfen“, hieß es dort. Die katholischen Bischöfe wiesen die Vorwürfe zurück.

Malhorta ist ein führender Vertreter der Hindutva-Ideologie, die auch als ideologische Basis der Partei BJP von Indiens Premierminister Narendra Modi dient. Die Hindunationalisten streben einen Gottesstaat an, in dem Christen und Muslime keinen Platz haben. In der dreijährigen Regierungszeit von Modi haben Gewalttaten von radikalen Hindus gegen Christen und Muslime deutlich zugenommen.