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Kommentar von Volker Resing zur Kritik an der Corona-Politik

Jugendliche müssen mehr Verantwortung und weniger Alarmismus wagen!

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Kinder und Jugendliche fühlen sich in der Corona-Krise von der Politik alleingelassen. Gar von einer verlorenen Generation ist die Rede. Der renommierte Journalist Volker Resing ist damit nicht einverstanden. In seinem Gast-Kommentar fordert er weniger Alarmismus und mehr Eigenverantwortung.

Gerade werden die Kinder und Jugendlichen durch die Debatten-Manege getrieben. Sie seien während der Corona-Zeit vergessen worden, der Bildungsverlust durch Unterrichtsausfall und Online-Unterricht werde sich nicht aufholen lassen und möglicherweise eine verlorene Generation produzieren. Vor allem habe der Staat versagt, keine ausreichende Digitalisierung, keine ausgeklügelten Bildungspläne und fehlende Unterstützung generell. Mir ist das alles zu alarmistisch, mehr noch wundert mich, welches Menschenbild dahinter steckt.

In den „Tagesthemen“ spricht ausnahmsweise eine Jugendliche den Kommentar. Louisa Arendt beklagt, die Politik habe ihre Generation „ziemlich allein“ gelassen. Die Politik fokussiere sich zu sehr auf die Alten. Meint sie das wirklich ernst, angesichts der hunderttausenden vereinsamten kranken und alten Menschen in Hospitälern und Heimen? Meint sie das wirklich ernst, angesichts einer gravierend höheren Mortalität unter älteren Erwachsenen? Meint sie das wirklich ernst, dass Online-Unterricht eine „zu große Belas­tung“ gewesen sei? Jammern und Klagen ist doch noch keine politische Analyse.

Kita- und Schulschließung beschäftigt Politik stark

Der Autor
Volker Resing wurde in Münster geboren und ist seit 2014 Chefredakteur der „Herder Korrespondenz“ mit Sitz in Freiburg und Berlin. Zuvor war Resing Redakteur der „Westfälischen Nachrichten“ und dann Berlin-Korrespondent für die Verlagsgruppe Bistumspresse und für die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA).

Ich kenne Schülerinnen und Schüler, die gerade in der Corona-Zeit Wege gefunden haben, sich verstärkt untereinander zu helfen. Und natürlich waren doch gerade die Kita- und Schulschließung fortwährendes Thema der Politik, weil die möglichen dramatischen sozialen Folgen im Raum standen.

Der Zweite Chefredakteur bei ARD-aktuell, Helge Fuhst, erklärt zum Gastauftritt der Jugend in der Tagesthemen-„Meinung“ auf „Twitter“: „Wir sprechen nicht über sie, sondern lassen sie selbst zu Wort kommen.“ Abgesehen davon, dass mir dies als journalistisches Prinzip für künftige Kommentare noch nicht recht einleuchtet, steht dahinter ein Politikverständnis, das ich problematisch finde. Es funktioniert dann in etwa so, dass zum einen jede gesellschaftliche Gruppe für ihre eigenen Interessen kämpft und zum anderen die Politik für alle und alles zu sorgen hat. Nach dem Motto: Die Politik soll bitte bessere Konzepte haben, damit mein Leben besser klappt.

Würde besteht in Selbstverantwortung

Natürlich gibt es öffentliche Aufgaben, für die der Staat da ist, aber bitte nicht ohne den Einzelnen und seine Verantwortung. Nach meiner Vorstellung widerspricht das sonst einem christlichen Menschenbild, in dem zunächst jeder Einzelne zur Freiheit befreit ist. Seine Würde besteht in der Selbstverantwortung, jeder Einzelne ist gerufen zu schauen, was er für sich und andere einbringen kann. Der Staat, das sind wir, das ist kein Gegenüber. Das in der Tat wäre eine notwendige Lehre aus der Pandemie, für Schülerinnen und Schüler und für uns alle.

Die Positionen der Gast-Kommentare spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion von „Kirche-und-Leben.de“ wider.

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