___STEADY_PAYWALL___

Gast-Kommentar von Felix Elbers zur Kritik an der Jugend in der Corona-Zeit

Jugendliche zeigen in der Pandemie viel Einsatz und Kreativität!

Anzeige

Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Münster widerspricht der Meinung von Volker Resing in seinem Kommentar „Jugendliche müssen mehr Verantwortung und weniger Alarmismus wagen“ auf „Kirche-und-Leben.de“. In einem eigenen Gastkommentar bezieht der BDKJ-Diözesanvorsitzende Felix Elbers Position.

Wir finden es bedenklich, mit dem Aufrechnen von Nachteilen und Sorgen in der Corona-Pandemie einen Generationenkonflikt zu befeuern. Es ist aber legitim, junge Menschen zu ermutigen, für ihre Interessen einzustehen. Wir kennen die derzeitige Situation vieler Jugendlicher gut – nicht nur aus der Child Public Health Studie 2021 des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, die eine große psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen durch die Pandemie beschreibt, sondern auch aus unseren vielen Kontakten im Alltag.

Diese jungen Menschen haben nicht die Möglichkeit, durch Wahlen auf allen Ebenen ihren Willen zu bekunden, weshalb es für Kinder und Jugendliche schwieriger ist, sich politisch einzubringen. Der Kommentar von Louisa Arendt in den Tagesthemen hat uns deshalb wieder einmal gezeigt, dass junge Menschen bereit sind, für sich und andere Verantwortung auf einem anderen Weg zu übernehmen: Indem sie sich einem Millionenpublikum stellt, ihre Anliegen und Bedürfnisse artikuliert und mit der Gesellschaft teilt.

Politik schafft Rahmenbedingungen

Der Autor:
Felix Elbers ist Vorsitzender des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Münster.

Sicherlich sind wir alle verantwortlich für uns und unsere Nächsten, doch gehört es auch dazu, die Rahmenbedingungen mitzugestalten, damit ein selbstverantwortetes Leben möglich ist. Diese Rahmenbedingungen werden politisch gestaltet. Da junge Menschen nicht die Möglichkeit zur Wahl haben, ist die Positionierung von Louisa Arendt in ihrem Kommentar als höchster Grad von Verantwortung für sich selbst und andere zu betrachten. Sie nutzt diesen Weg als Möglichkeit, auf Missstände aufmerksam zu machen.

Junge Menschen zeigen in der Pandemie Einsatz

Junge Menschen haben seit Beginn der Pandemie in Jugendverbänden und darüber hinaus viel Einsatz gezeigt – durch Einkaufsdienste für ältere Menschen und Freizeitangebote für junge Menschen. Außerdem zeigen sie eine hohe Kreativität und Lernbereitschaft in Bezug auf digitale Angebote. Bedingt durch unzureichende Datenübertragungsraten gerade im ländlichen Raum, ist dieses Engagement und sind schulische Aufgaben zu einer Herausforderung geworden. Denn der zivilgesellschaftliche Einsatz junger Menschen organisiert sich maßgeblich digital! Digitale Infrastruktur hätte seit Jahren auf- und ausgebaut werden müssen. Das ist eine Realität, die außerhalb der Verantwortung der jungen Menschen liegt.

Der BDKJ-Bundesverband hat auf seiner Hauptversammlung im Mai den Beschluss formuliert: „Perspektiven schaffen und Zukunft sichern! Jugendverbandsarbeit in der Pandemie stärken“. Dieser Aufgabe kommen wir als Jugendverbände nach und fordern dies auch von Politik, Kirche und Gesellschaft. Wir rufen jede*n Einzelne*n auf, dieser Verantwortung nachzukommen und junge Menschen in den Blick und nicht ins Visier zu nehmen!

Die Positionen der Gast-Kommentare spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion von „Kirche-und-Leben.de“ wider.

Drucken
Anzeige
Anzeige
  • Streffing Krimis
  • Kirche und Leben als E Paper
  • Live-Talk zum Synodalen Weg im Medienhaus des Bistums Münster
Anzeige
  • Kampanile - Medieagentur