BDKJ-Zukunftszeit: Ziel von 35.000 Aktionsstunden bald erreicht

Projekt zur Wahl: Wie will die katholische Jugend in Zukunft leben?

  • Seit März sammeln die katholischen Jugendverbände in Deutschland Aktionsstunden, in denen sie sich mit politischen Themen auseinandersetzen.
  • Ziel ist es, bis zur Bundestagswahl Ende September 35.000 Stunden zusammenzubekommen – das entspricht der Länge einer Legislaturperiode.
  • Auch Gruppen aus dem Bistum Münster haben dafür gesorgt, dass das Ziel schon in Kürze erreicht werden wird.

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Der große Tusch steht kurz bevor: Es kann nicht mehr lange dauern, bis die magische Grenze von 35.000 Stunden erreicht ist. Damit hätte der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) schon vier Wochen vor Ende der Aktion „Zukunftszeit – gemeinsam für ein buntes Land“ das große Ziel erreicht. In ganz Deutschland sammeln Gruppen der Mitgliedsverbände seit März Stunden, in denen sie sich mit den politischen Themen junger Menschen auseinandersetzen. Und es fehlen ihnen nur noch ein paar hundert.

Im Vorfeld der Bundestagswahl am 26. September hat die Zahl symbolischen Wert, sagt Rebecca Keller vom BDKJ-Diözesanverband im Bistum Münster: „Es ist genau die Länge einer Legislaturperiode.“ Mit ihren Aktionen sollen die Jugendlichen deutlich machen, wie sie künftig leben wollen. „Ihre Themen sind dabei vielfältig – von politischer Teilhabe, über Nachhaltigkeit bis hin zu einer kulturellen Vielfalt.“ Auch aus dem Bistum Münster wurden dabei bislang in kleinen und großen Projekten viele Stunden geliefert.

 

Internet-Projekt für Fremdenfreundlichkeit

 

So sammelte der Landesverband Oldenburg 87 Stunden, indem er junge Menschen aufforderte, ein „Lichtzeichen für Fremdenfreundlichkeit, Toleranz und eine bunte Gesellschaft“ zu setzen. Dieses Projekt war aus der Not der Pandemie-Beschränkungen geboren worden. Wo sich sonst am 16. März, zum Geburtstag des seligen Kardinal Clemens August Graf von Galen, in dessen Geburtsort Dinklage Jugendliche versammeln, um sich gegen Hass, Hetze, Fake-News, Diskriminierung und Rassismus zu positionieren, wurde diese Demonstration in diesem Jahr ins Internet verlegt.

Die jungen Menschen waren ein Woche lang aufgefordert, Fotos von sich in den sozialen Netzwerken zu posten, mit denen sie ihre Standpunkte deutlich machen. „Für jedes Foto gab es ein Stunde für die ‚Zukunftszeit‘ gutgeschrieben“, sagt die BDKJ-Jugendbildungsreferentin Carolin Therling aus Vechta. „In der Zeit der Pandemie, in der viele Menschen auf soziale Medien angewiesen sind, war der Schritt mit der Veranstaltung in den digitalen Raum richtig.“

 

280 Stunden mit Nachhaltigkeit

 

Eine von vielen Aktionen im Bistum Münster: Bei den „Lichtzeichen“ im Oldenburger Land kamen 87 Stunden zusammen. | Foto: pd
Eine von vielen Aktionen im Bistum Münster: Bei den „Lichtzeichen“ im Oldenburger Land kamen 87 Stunden zusammen. | Foto: pd

Im Projekt vom Diözesanjugendführungskreis (DJFK) der Malteser im Bistum kamen gar 280 Stunden zusammen. Die siebenköpfige Gruppe hatte sich im Mai eine Ersatzveranstaltung für den Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt ausgedacht, zu dem sie sonst gereist wäre. „Im Mittelpunkt der Aktion stand ein nachhaltiges Leben im Alltag“, erklärt Teilnehmer Sven Nyga aus Kevelaer. „Eine Woche lang ging es darum, Punkte für die Umwelt zu sammeln.“

Es galt, bewusst nachhaltig zu handeln, etwa durch das Umsteigen vom Auto auf das Fahrrad oder das Kaufen regionaler und saisonaler Produkte. Minuspunkte gab es, wenn diese Ansprüche nicht erfüllt wurden. „Wer davon zu viel hatte, konnte auch in seiner Freizeit aktiv werden“, sagt Nyga. „100 Gramm Müll von der Straße zu entfernen, gab einen Punkt.“ Nicht nur die hohe Punkteausbeute für die „Zukunftszeit“ stand am Ende auf der Erfolgsliste. Alle sieben Teilnehmer waren nach einer Woche satt im Nachhaltigkeits-Plus.

 

100 Stunden mit politischer Diskussion in Münster

 

Weitere Informationen: www.zukunftszeit.de

Bei dem „Jugend!politischen Ferienausklang“ des BDKJ-Diözesanverbands in Münster waren es nach den Sommerferien dann 100 Stunden für „Zukunftszeit“. „Wie können die Interessen von Kindern und Jugendlichen mehr Gehör in der Politik finden?“, war die Frage, über die 35 Jugendliche mit Politikern diskutierten. Mit im Programm: Ein Speed-Dating mit den Politikern, um sie privat kennenzulernen. Und lebhafte Gespräche über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Leben der jungen Generation.

Viele weitere Projekte haben und werden die Aktion bis zur Abschlussveranstaltung am 18. September in Berlin noch unterstützen. „Dabei kommt es nicht allein auf die Stunden an“, sagt Rebecca Keller. „Die Jugendlichen zeigen dabei nicht nur ihr politisches Interesse und Engagement, sondern positionieren sich auch inhaltlich zu ihren Themen.“