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Interview mit der BDKJ-Vorsitzenden zur Situation der KJO

Katholische Jugend in der Diaspora - 40 Jahre und kein bisschen leise

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Im Norden des Oldenburger Landes leben Katholiken in der Minderheit, mal sechs, mal zehn Prozent der Bevölkerung, ungewöhnlich für das Bistum. Ungewöhnlich auch, dass es dort einen eigenen Jugendverband nur für dieser Region gibt, die Katholische Jugend Oldenburg (KJO), mit jetzt 600 Mitgliedern in 15 Gruppen. Zum 40-jährigen Bestehen äußert sich die BDKJ-Landesvorsitzende Sophia Möller aus Großenkneten, die selbst in der KJO groß geworden ist, zur Situation des Verbandes.

Warum braucht es einen eigenen Jugendverband für die Diaspora? Hätten Pfadfinder oder Messdiener es nicht auch getan?

Die Diaspora ist ein besonderer Bezirk im Offizialatsbezirk. Ein Verband im südlichen Oldenburger Land kann nicht einfach eins zu eins in eine Diaspora-Region übertragen werden. Dort sind Strukturen und Verantwortungen anders historisch gewachsen als im Rest des Bistums. Demnach gehört zwangsläufig in diese Region ein Verband, der in besonderer Weise auf die individuellen diasporabedingten Bedürfnisse eingeht und aus diesen erwachsen ist. Deshalb ist die KJO entstanden und hat sich in den letzten 40 Jahren etabliert und vernetzt. Dadurch haben wir als KJO ein Alleinstellungsmerkmal, auf das wir sehr stolz sind.

Wie ist die Stimmung in der KJO eigentlich nach 40 Jahren? Sind die Jugendlichen vor Ort deprimiert wegen der Kirchenkrise?

Sophia Möller
Sophia Möller aus Großenkneten (Landkreis Oldenburg) ist inzwischen Vorsitzende im Landesverband Oldenburg des BDKJ. Ihre Arbeit in der katholischen Verbandsjugend begann in der KJO Oldenburg St. Josef. | Foto: Franz Josef Scheeben

Es wäre eine Heuchelei, zu leugnen, dass die Kinder und Jugendlichen in der KJO vielen Herausforderungen und Problemen in der katholischen Kirche kritisch gegenüberstehen. Aber genau dazu sind wir da. Wir machen auf die Missstände aufmerksam und zeigen der Kirche, wie es besser gehen kann, indem wir es einfach tun.

Wie geschieht das?

In der KJO wird jeder Mensch so angenommen, wie er ist. Wir leben Ökumene durch und durch, legen auf die Herkunft, das Geschlecht oder Bildungsabschlüsse keinen Wert. Und genau deshalb, weil wir so sind, ist auch nach 40 Jahren die Stimmung noch fantastisch. Wenn man auf eine KJO-Veranstaltung geht, sieht man die Freude in den Augen der Kinder und Jugendlichen, weil sie sich in der KJO zuhause, sicher und willkommen fühlen.

Hat die KJO, haben Jugendverbände überhaupt, in der Kirche noch eine Zukunft für die nächsten 40 Jahre?

Ganz kurz und knapp: Ja! Besonders in den kommenden Jahren, werden wir sehen, dass die KJO und auch alle andern Jugendverbände noch viel wichtiger werden, als sie teilweise jetzt gesehen werden. Die Pastoralen Räume, die in den kommenden Jahren umgesetzt werden sollen, sind für die KJO keine wirkliche Herausforderung, weil wir durch unsere Diaspora-Struktur diese großen Flächen gewohnt sind und wissen, wie man mit diesen umgeht. Auch in diesem Punkt kann und wird die Kirche, besonders das Offizialat, von der KJO und seinen Mitgliedern lernen. Deshalb bin ich mir sehr sicher, dass wir auch beim 80. Jubiläum der KJO in freudestrahlende und begeisterte Gesichter blicken werden.

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