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Kirche soll trotz Absagen ein Anlaufpunkt in Sorge und Not bleiben

Kirchenvertreter rufen zu Nächstenliebe in Corona-Krise auf

Kirchenvertreter in Deutschland und der Vatikan rufen in der Corona-Krise zu Nächstenliebe und Seelsorge auf. Die Menschen sollten versuchen zu teilen, auch so, dass man es wirklich spüre, „auch materiell“.

Kirchenvertreter in Deutschland und der Vatikan rufen in der Corona-Krise zu Nächstenliebe und Seelsorge auf. „Tut alles, um das Virus zu beherrschen, sorgt für die Erkrankten und kümmert Euch um die Furchtsamen, vertieft die Achtsamkeit, verstärkt die Nächstenliebe“, schrieb der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick am Samstag auf seinen Social-Media-Kanälen mit Verweis auf das Evangelium.

Zugleich kritisierte der Weltkirche-Bischof der Deutschen Bischofskonferenz: „Coronavirus als Strafe Gottes zu bezeichnen, ist zynisch und mit Jesu Botschaft unvereinbar.“ Schick appellierte dagegen, die freie Zeit zum Nachdenken über den Sinn, Wert und Ziel des Lebens, über Gott und die Welt zu nutzen. „Stärkt Euch in der Hoffnung. Betet füreinander und miteinander. Bleibt geduldig und heiter.“

Oster: In dieser Krise kann jeder auch wachsen

Der Passauer Bischof, Stefan Oster, wünschte sich in einem Facebook-Video am Freitagabend von den Christen, „ein Herz für die Menschen, die in Not sind“. Die Menschen sollten versuchen zu teilen, auch so, dass man es wirklich spüre, „auch materiell“. In dieser Krise könne jeder auch wachsen - „in unserer Gottesbeziehung und in der Beziehung zu unseren Nächsten“, so der Jugendbischof der Deutschen Bischofskonferenz.

Weitere katholische Bistümer zogen zudem Konsequenzen aus der Krise, so sagten die Bistümer Dresden-Meißen und Fulda alle öffentlichen Gottesdienste ab.

Berliner Bischof für Andachtsformen mit Hygiene-Maßnahmen

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, unterstrich kirchliche Vorsichtsmaßnahmen wie Einschränkungen bei Gottesdiensten und Absagen von Veranstaltungen. „An oberster Stelle steht für mich die Aufgabe, angesichts der besonderen Risiken, gerade für die Schwächsten, alles zu tun, um die Ausbreitung des Virus so weit wie möglich zu verlangsamen, und gleichzeitig die geistliche Kraft nicht schuldig zu bleiben, die wir gegenwärtig zum Umgang mit der Krise in ganz besonderer Weise brauchen“, schrieb der bayerische Landesbischof am Samstag auf Facebook.

Der evangelische Berliner Bischof Christian Stäblein betonte in einem Interview im Deutschlandradio, es sei wichtig, dass Kirche trotz Absagen ein Anlaufpunkt in Sorge und Not bleibe. So seien „andere kleinere Andachtsformen“ mit entsprechenden Hygiene-Maßnahmen möglich.

Metropolit: Glaube an Gott hebt menschliche Vernunft nicht auf

In den griechisch-orthodoxen Gemeinden in Deutschland wird es wegen der Coronakrise nur noch wenige Hauptgottesdienste geben - alle anderen Veranstaltungen entfallen. Das hat Metropolit Augoustinos in einem am Wochenende in Bonn veröffentlichten Hirtenbrief bis vorerst 11. April angeordnet.

Der Metropolit bat die Gläubigen, ihre Gebete zu verstärken, „damit diese neu aufgetretene Pandemie bald mit der Hilfe und der Erleuchtung Gottes überwunden werde“. Unter Verweis auf eine Verlautbarung des Ökumenischen Patriarchats wurden sie zudem aufgefordert, die Vorgaben staatlicher Behörden zu beachten. „Unsere Kirche respektierte stets und respektiert die medizinische Wissenschaft.“ Der Glaube an Gott hebe die menschliche Vernunft nicht auf.

Turkson hofft in Krise auf Freundschaft zwischen Völkern

Der Vatikan rief Regierungen weltweit zur Unterstützung armer Staaten beim Kampf gegen die Corona-Krise auf. Länder mit schwachen Gesundheitssystemen seien mit den Auswirkungen der Virusepidemie überfordert. Jetzt gelte es internationale Solidarität zu zeigen und Mittel und Ressourcen zu teilen, erklärte der für Entwicklungsfragen zuständige Kurienkardinal Peter Turkson. Die Krise müsse eine Gelegenheit sein, Verbundenheit zwischen Staaten und Freundschaft zwischen Völkern zu stärken.

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