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Einrichtung wird größtenteils durch Spenden finanziert

Klever Klosterpforte: Seit 40 Jahren Hilfe für Menschen in sozialer Not

  • Die Klever Klosterpforte wird 40 Jahre alt.
  • Sie ist Anlaufstelle für Menschen, die in soziale Not geraten sind.
  • Finanziert wird sie zu einem Großteil durch Spenden, weil Diakon Michael Rübo.
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Die Klosterpforte in Kleve wird 40 Jahre alt. Am 14. August möchte die Anlaufstelle für Menschen, die in soziale Not geraten sind, den Geburtstag um 10 Uhr mit einem feierlichen Gottesdienst feiern. „Große Reden werden an diesem Tag nicht gehalten. Wir möchten das Ereignis im Rahmen eines lockeren Zusammenseins mit den Menschen, die Unterstützung suchen, den ehrenamtlichen Helfern, den Förderern der Klosterpforte und allen Klevern feiern“, sagt Diakon Michael Rübo, Seelsorger in dem Treffpunkt an der Minoritenkirche.

Hilfen für soziale Schieflagen

Bärbel Vick, die Leiterin der Klosterpforte, steht vor dem Eingang im Gespräch. Ein junger Mann kommt vorbei und hält einen Brief in der Hand. Er bittet die 54-jährige Sozialpädagogin, sich das Schreiben einmal anzusehen, um ihm zu helfen, es zu beantworten. Alltag in der Klosterpforte. „Oft kommen Leute zu mir mit Schreiben vom Jobcenter, von Behörden oder von der Krankenkasse“, sagt Bärbel Vick. Gemeinsam überlegen sie, was zu tun ist.

Doch die Hauptaufgabe der Klosterpforte ist bis heute die Versorgung von Menschen, die in eine soziale Schieflage geraten sind: vor allem mit Essen oder finanzieller Hilfe. Die Einrichtung, 1982 von Pfarrer Fritz Leinung gegründet, hat einen einzigen Zweck: Barmherzigkeit gegenüber den Armen. Von montags bis freitags gibt die Klosterpforte beispielsweise 50 frisch gekochte Mahlzeiten an Bedürftige für je einen Euro aus. Außerdem zwei Mal sonntags. „In der Regel am zweiten und am letzten Sonntag. Dann ist das Geld knapp“, sagt die Leiterin Vick.

Begonnen mit Unterstützung Obdachloser

Begonnen hat die Klosterpforte mit der Unterstützung für Obdachlose. „Als ich als Jugendlicher bei Fritz Leinung in der Klever Minoritenkriche Küsterdienste geleistet habe, musste ich morgens schon mal die Bänke in der Kirche geraderücken, die der Pfarrer den Obdachlosen zum Schlafen gegeben hatte“, erinnert sich Rübo. Nicht alle leben heute auf der Straße. „Viele wohnen in schlechten Verhältnissen. Ein Dach über dem Kopf zu haben, ist schon was wert. Selbst, wenn wir so nicht wohnen wollten“, sagt Rübo.

Im Jahre 1977 wurde das Josefshaus, eine Obdachlosenunterkunft gegenüber dem Rathaus, geschlossen. Der Bedarf nach einem Obdach für die Nacht war jedoch nach wie vor vorhanden. Pfarrer Fritz Leinung ließ die Obdachsuchenden daraufhin in dem unteren Kellerraum des Pfarrhauses, wo sich die heutige „Klosterpforte“ befindet, übernachten. Dies war eine Notlösung ohne weitere Zielsetzung. Aus diesen Anfängen entwickelte sich das Ziel, einen Verein zu gründen. 1982 war es dann so weit.

Unterstützung für 300 bis 400 Menschen

Die öffentliche Küche und die Hilfe bei drohender Obdachlosigkeit oder Wohnungsnot sind bis heute das Tagesgeschäft, entsprechend der Grundidee von Pfarrer Leinung. Neu dazugekommen ist die finanzielle Hilfe für Menschen, die mit ihrem Einkommen nicht auskommen. Viele kleine Dinge werden unterstützt: zum Beispiel Hilfe beim dringenden Arztbesuch, bei der Zahlung des Krankenkassenbeitrags, bei den Rezeptgebühren, Kautionen, Mietrückständen und zunehmend Unterstützung bei den steigenden Energiekosten.  „Wir helfen, dass den Bedürftigen der Strom nicht abgeklemmt wird“, sagt Bärbel Vick. 300 bis 400 Menschen werden auf diese Weise unterstützt. 

„Wir verschenken das Geld nicht einfach so“, meint die Sozialpädagogin. „Die Bedürftigen müssen etwas dafür tun. Für das Essen zahlen sie einen Euro, die kleinen Kredite stottern sie in ganz kleinen Raten ab“, sagt die Leiterin. Neben dem täglichen Essen oder der sonstigen Hilfe ist die Gemeinschaft wichtig. „Das sind Menschen, die sonst keine Bezugspersonen haben. Obdachlose, Drogensüchtige, Bettler, Hilfesuchende. Sie alle finden in der Klosterpforte, dem sozialen Treffpunkt der Stadt, auch Gemeinschaft“, sagt Vick. „Hier treffen sie Bekannte, deren Leben wie das ihre eben nicht in gewohnten Bahnen verlaufen ist.“

Durch Spenden finanziert

Finanziert wird die Arbeit der Klosterpforte über Spenden. „Es ist ein hoher sechsstelliger Betrag, den wir durch Spenden zusammenbekommen. Es gibt einige großzügige Spenden und viele kleine Spender. Damit bezahlen wir alles, bis auf zweidrittel des Gehaltes der Leiterin. Das übernimmt die Stadt Kleve“, sagt Rübo, der auch Finanzminister des Vereins ist. Das Geld zusammenzubekommen sei oft eine Herausforderung, aber die Bereitschaft, uns zu unterstützen, sei in Kleve da. Man müsse gut wirtschaften und preiswert einkaufen.

Seit 2020 leitet Barbara Vick die Klosterpforte. Sie ist das offene Ohr, die gute Seele, sie organisiert das Kochen, die anfallende Sozialarbeit, den Bürokram und koordiniert die rund 30 Ehrenamtlichen. Viele Ehrenamtliche helfen in der Küche mit. Ohne sie würde die Arbeit nicht funktionieren, sagt Vick. Eines freut sie sehr. Aus dem Kreis der Bedürftigen kämen immer wieder ehrenamtliche Helfer hervor.

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