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Tim Kurzbach blickt skeptisch auf Woelki-Auszeit und fordert sie auch für bisherigen Generalvikar

Kölner Laien-Vertreter: Mit Krisenbewältigung ist es nicht weit her

  • Der Vertreter Laien im Erzbistum Köln, Tim Kurzbach, blickt skeptisch auf die Auszeit von Kardinal Rainer Maria Woelki. Die ersten "Seifenblasen der Erneuerung" seien bereits geplatzt.
  • Auch der bisherige Generalvikar Markus Hofmann hätte eine Auszeit nötig, sagt Kurzbach. Hofmann ist weiter als "Delegat" des Administrators im Amt.
  • Als Generalvikar habe Hofmann das "Desaster" mit verursacht, sagt Kurzbach im "Kölner Stadt-Anzeiger" (Samstags-Ausgabe).

 

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Der Vertreter katholischer Laien im Erzbistum Köln, Tim Kurzbach, blickt skeptisch auf die nun begonnene Auszeit von Kardinal Rainer Maria Woelki. Die ersten "Seifenblasen der Erneuerung" seien bereits geplatzt, sagte der Vorsitzende des Diözesanrats im Interview des "Kölner Stadt-Anzeigers" (Samstag).

Weihbischof Rolf Steinhäuser, der Deutschlands mitgliederstärkste Diözese während der Auszeit übergangsweise leitet, habe erklärt, dass Erzbischof Woelki weiter im Amt sei und wiederkommen solle. "Schon das zeigt, dass es mit echter Krisenbewältigung nicht so weit her sein wird", so Kurzbach.

 

Kurzbach: Auch Hofmann hätte Auszeit nötig

 

Tim KurzbachTim Kurzbach ist Vorsitzender des Diözesanrats im Erzbistum Köln und Oberbürgermeister von Solingen (SPD). | Foto: Reichwein (Imago)

Steinhäuser ist seit Dienstag als sogenannter Apostolischer Administrator im Auftrag des Papstes tätig. Er ernannte Generalvikar Markus Hofmann - bislang "Alter Ego" von Kardinal Woelki - zu seinem Delegaten, womit Hofmann seine Aufgaben wie bisher weiter ausführen kann.

Kurzbach kritisierte diese Entscheidung. Auch Hofmann hätte eine Auszeit nötig. "Ich wüsste gern einmal, wie groß allein der wirtschaftliche Schaden ist, den Hofmann mit verantwortet - inklusive all der Kosten für Gutachter, Anwälte, Krisen- und PR-Berater." Als Generalvikar habe er das "Desaster" mit verursacht.

 

"Administrator hätte von außen kommen müssen"

 

Der Diözesanratsvorsitzende störte sich zudem an der internen Lösung. "Wenn der Papst schon einen Administrator einsetzt, dann hätte es die Logik einer echten Zäsur und einer erneuernden Aufarbeitung zwingend geboten, jemanden von außen zu nehmen", so Kurzbach. Was den Charakter der Auszeit angeht, schloss er sich der Kritik von Kölns Stadtdechanten Robert Kleine an.

Dieser hatte in den Sozialen Medien beanstandet, dass sich der Apostolische Administrator vor allem darum kümmern solle, dass sich das ganze Erzbistum auf einen Weg der Versöhnung und Erneuerung begebe. "Was haben die Gläubigen falsch gemacht?", fragte Kleine. "Wer hat den Glaubwürdigkeitsverlust der Kirche zu verantworten?" Oft werde zwischen Laien und Klerikern unterschieden, nun aber seien plötzlich alle gemeint.

 

Der Hintergrund

 

Kardinal Woelki befindet sich bis zum Aschermittwoch in einer Auszeit. Im Erzbistum Köln hat vor allem die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen zu einer Vertrauenskrise geführt. Papst Franziskus erklärte nach einer Untersuchung, Woelki habe "große Fehler" in der Kommunikation gemacht, aber keine Verbrechen vertuschen wollen. Der Kardinal betonte, er wolle nach der Auszeit wieder seinen Dienst aufnehmen.

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