Steinhäuser in der Kritik

Kölner Übergangsleiter: Kein freier Entscheid zu Generalvikar

  • Dem Übergangsleiter des Erzbistums Köln, Weihbischof Rolf Steinhäuser, waren nach eigenen Worten bei der Übernahme von Kardinal Woelkis Generalvikar die Hände gebunden.
  • Der von Woelki ernannte Generalvikar Markus Hofmann ist unter einem anderen Titel weiter im Amt.
  • Steinhäuser war für diese Ernennung, die für Woelkis mehrmonatige Auszeit gilt, in die Kritik geraten.

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Dem Übergangsleiter des Erzbistums Köln, Weihbischof Rolf Steinhäuser, sind nach eigenen Worten bei der Übernahme von Kardinal Woelkis Generalvikar die Hände gebunden gewesen. "Ich war nicht frei in meiner Entscheidung", sagte Steinhäuser in einem Interview mit vier Regionalzeitungen (Samstag). Auf die Frage, ob er den bisherigen Generalvikar entlassen könne, habe er in Rom die Antwort erhalten: "Nein, das können Sie nicht."

Der von Kardinal Rainer Maria Woelki ernannte Generalvikar Markus Hofmann ist unter einem anderen Titel weiter im Amt. Steinhäuser war für diese Ernennung, die für Woelkis mehrmonatige Auszeit gilt, in die Kritik geraten. Mit der Antwort des römischen Kardinals Marc Ouellet, der sozusagen "der Personalchef der Weltkirche" sei, sei "die Grenze klar" gewesen, sagte Steinhäuser in dem Interview. Ouellet habe erklärt, dass solche Entscheidungen nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Bischofskongregation möglich seien.

Leitung im mitgliederstärksten Erzbistum

Steinhäuser fügte hinzu: "Also habe ich den bisherigen genommen, dem der Laden vertraut ist. Ich halte Markus Hofmann aber auch für einen der loyalsten Menschen, den ich kenne." Der Weihbischof erklärte, er habe die Entlassung Hofmanns nicht unbedingt vorgehabt - "aber man muss die Dinge ja mal auf den Punkt bringen."

Sein Auftrag als Übergangsverwalter sei "eine Art 'mission impossible'", sagte Steinhäuser im Gespräch mit "Kölner Stadt-Anzeiger", "Kölnische Rundschau", "Rheinische Post" und "General-Anzeiger". Ähnlich und zum Teil ausführlicher äußerte er sich im bistumseigenen Portal domradio.de.

Kardinal Woelki befindet sich bis Anfang März in einer Auszeit. Im Erzbistum Köln hat vor allem die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen zu einer Vertrauenskrise geführt. Papst Franziskus erklärte nach einer Untersuchung, Woelki habe "große Fehler" in der Kommunikation gemacht, aber keine Verbrechen vertuschen wollen.

Der Kardinal betonte mehrfach, er wolle nach der Auszeit wieder seinen Dienst aufnehmen. Bis dahin steht Steinhäuser an der Spitze des mitgliederstärksten Erzbistums im deutschsprachigen Raum.