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Zwei Katholiken aus dem Bistum Münster als Stellvertreter

Laschet neuer CDU-Chef – Katholik, Jurist, Kirchenzeitungs-Journalist

  • Der neue CDU-Chef Armin Laschet ist Katholik und war Chef der Aachener Kirchenzeitung.
  • Sein Glaube ist ein wesentlicher Teil seines Lebens.
  • Zwei stellvertretende Bundesvorsitzenden der CDU sind Katholiken aus dem Bistum Münster.
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Mit einer emotionalen Rede hat er sich gegen Friedrich Merz und Norbert Röttgen durchgesetzt: Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet soll als neuer Bundesvorsitzender die CDU führen. Mit der Bergmannsmarke seines Vaters in der Hand warb er um die Stimmen der Delegierten auf dem online abgehaltenen Parteitag. Sein Vater habe ihm vermittelt, welche Bedeutung Vertrauen habe - persönlich, für die Politik, für die Gesellschaft. In der Stichwahl setzte Laschet sich mit 521 Stimmen gegen Merz mit 466 Stimmen durch.

In seiner Bewerbungsrede positionierte sich Laschet als Kandidat der Mitte und der politischen Kontinuität, mit Regierungserfahrung und einem Herz für die Sorgen der Menschen. Zugleich wandte er sich auch vor dem Hintergrund der Entwicklungen in den USA gegen „jede Form von Polarisierung“.

Rheinisch und katholisch

Stattdessen sei es nötig, „Klartext zu sprechen“ und die Gesellschaft zu integrieren. Und der neue Vorsitzende setzte auf Authentizität: „Ich bin nicht der Mann der perfekten Inszenierung, sondern Armin Laschet.“

Dabei macht der Politiker, der im Februar 60 Jahre alt wird, aus seiner rheinisch-katholischen Herkunft keinen Hehl. Seit dreieinhalb Jahren ist er Chef der schwarz-gelben Landesregierung in NRW und führt zugleich den größten Landesverband seiner Partei.

Jurist und Journalist

Der Jurist und Journalist Laschet wuchs in Aachen als Sohn eines Bergmanns auf, der später dank Förderung zum Lehrer umschulte. Dass Armin Laschet und seine drei Brüder studieren konnten, sei keine Selbstverständlichkeit, seinen Eltern aber sehr wichtig gewesen: „Mein Vater hat mir so gezeigt, dass sich Arbeit lohnt und dass Aufstieg möglich ist.“

Von 2005 bis 2010 war der Politiker der bundesweit erste Integrationsminister, damals im NRW-Kabinett von Jürgen Rüttgers (CDU). Laschets 2009 veröffentlichtes Buch „Die Aufsteigerrepublik. Zuwanderung als Chance“ ist somit als programmatische Aussage zu werten.

Kontakte zur Kirche

Bereits mit 28 Jahren wurde Laschet Ratsherr im Aachener Stadtrat, später Abgeordneter im Bundestag und im Europaparlament. „Mein Wunsch war es immer, mich einzusetzen für eine bessere Welt“, so der Christdemokrat, der auch als wissenschaftlicher Berater der damaligen Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) arbeitete.

Als Jugendlicher war Laschet Messdiener und Gruppenleiter in seiner Pfarrei. Die Kirche ist nicht nur der Ort, an dem er erste Kontakte zur CDU knüpfte - auch seine Frau Susanne lernte er im dortigen Kinderchor kennen und heiratete sie mit 24 Jahren. Die Buchhändlerin und der Politiker haben drei erwachsene Kinder.

Chefredakteur der Kirchenzeitung

Den Wunsch, nach dem Jura-Studium Journalist zu werden, setzte Laschet beim Bayerischen Fernsehen und dem Privatradio Charivari um. Doch zog ihn die Liebe zum Aachener Dom, zu Karneval und Reitturnier ins Rheinland zurück. „Das ist für mich Heimat, Abendland, Europa“, sagt er. 1991 wurde Laschet Chefredakteur der Kirchenzeitung für das Bistum Aachen; von 1995 bis 1999 war er Leiter und Geschäftsführer des Aachener Einhard Verlags, ehe er ganz in die Politik wechselte.

Als Ministerpräsident pflegt er ein betont freundliches Verhältnis zu den Kirchen. Bei einer Privataudienz holte er sich unlängst den Segen von Papst Franziskus, den er dabei zu einem Besuch in Deutschland einlud.

Papst, Lockdown und Gottesdienste

Im Papst sieht Laschet eine treibende Kraft, die gerade auch in der Corona-Krise auf den Zusammenhalt in der Weltgemeinschaft drängt. „Franziskus fordert uns alle zu mehr Kompromissbereitschaft für globale Lösungen und mehr Einsatz in internationalen Organisationen auf - und trifft damit den Kern vieler Konflikte dieser Tage“, so Laschet zur jüngsten Papst-Enzyklika „Fratelli tutti“.

Bei den Corona-Lockdowns lehnt der NRW-Regierungschef einen Eingriff des Staates in die Religionsfreiheit ab. Im Unterschied zu anderen Ländern habe seine Regierung zur Kenntnis genommen, dass die Gemeinschaften selbst entsprechende Regeln erlassen hätten, so Laschet. Er setzt weiter darauf, dass die Kirchen in Eigenverantwortung über Präsenzgottesdienste und Hygienekonzepte entscheiden.

Zwei katholische CDU-Vize aus dem Bistum Münster
Zwei der neu gewählten stellvertretenden Bundesvorsitzenden der CDU sind Katholiken aus dem Bistum Münster: Silvia Breher lebt in Lindern im Kreis Cloppenburg im Oldenburger Land; sie ist bereits seit 2019 CDU-Bundesvize. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn stammt aus Ahaus im Kreis Borken. Seit 2018 Mitglied im CDU-Präsidium, rückt er nun zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden auf. (jjo.)

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