Terror überschattet Feiern zum Palmsonntag

Mehr als 30 Tote bei Doppelanschlag auf Kirchen in Ägypten

Eine Woche vor Ostern haben zwei blutige Anschläge auf Kirchen mit mehr als 30 Toten Ägypten erschüttert. Der schwerste Anschlag ereignete sich beim Gottesdienst am Palmsonntag in der Stadt Tanta im Nildelta, als nach Angaben des Staatsfernsehens ein Sprengsatz explodierte. Er sei zuvor in der koptischen Mar-Girgis-Kirche platziert worden. Mindestens 25 Menschen kamen ums Leben, wie der Sender unter Berufung auf das Gesundheitsministerium berichtete.

Mehr als 130 Verletzte

Nur wenig später kam es zu einer weiteren Attacke: Nahe der Markuskathedrale in der Hafenstadt Alexandria sprengte den Angaben nach ein Selbstmord-Attentäter sich selbst in die Luft und riss elf Menschen mit in den Tod, wie die staatliche Zeitung „Al-Ahram“ unter Berufung auf das Gesundheitsministerium berichtete. Die Zahl der Verletzten wird in Tanta auf 71 beziffert, in Alexandria auf 66.

Bereits im Dezember hatte eine Bombe in einer Kirche in Kairo fast 30 Menschen in den Tod gerissen. Dazu bekannte sich später die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Im Februar hatten Morde an sieben Kopten eine Massenflucht christlicher Familien aus dem Nordsinai ausgelöst.

Papst betet für die Opfer

Papst Franziskus sagte am Sonntag beim Angelusgebet auf dem römischen Petersplatz, er bete für die Opfer und die Verletzten. Der koptischen Kirche, ihrem Oberhaupt und der gesamten ägyptischen Bevölkerung drückte er seine Anteilnahme aus. „Möge der Herr das Herz der Menschen, die Terror, Gewalt und Tod säen, bekehren und auch das Herz derer, die Waffenhandel betreiben.“ Ende April wird Papst Franziskus in Kairo erwartet.