Beschlüsse des Diözesankomitees

Missbrauch: Katholiken im Bistum Münster fordern staatliche Aufklärung

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Die katholischen Laien im Bistum Münster sehen den Staat bei der Aufdeckung und Strafverfolgung von Missbrauch in der Kirche gefordert. Kirchliche Aufarbeitung bleibe zu oft folgenlos.

Die Aufdeckung und Strafverfolgung sexualisierter Gewalt in der Kirche durch den Staat verlangen die katholischen Laien im Bistum Münster. Das Diözesankomitee folgte einstimmig einem Antrag der Katholischen Frauengemeinschaft (KFD), teilt das Komitee mit.

Staat und Politik dürften sich nicht der Verantwortung entziehen, so Brigitte Lehmann, Vorsitzende des Diözesankomitees. Die Kirche schaffe es nicht, die Taten angemessen, konsequent und zügig aufzuklären. Kirchliche Aufarbeitung sei nach Lehmanns Worten für Verantwortliche und Vertuscher „bisher viel zu oft ohne Folgen geblieben“. Das führe bei Betroffenen zu neuen Verletzungen.

Für gerechte Löhne und gegen Tarifflucht

Einstimmig schloss sich das Diözesankomitee auch einer Initiative für gerechte Löhne, gegen Tarifflucht und ausbeuterische Arbeitsverhältnisse an. Die entsprechende Erklärung hatten der Bund Katholischer Unternehmer (BKU), die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), das Kolpingwerk und die KFD im Sommer erarbeitet.

Der Text fordert ein Bundesgesetz, wonach Branchentarifverträge für alle Arbeitsverhältnisse gelten sollen – auch für Werkverträge und Leiharbeit. Zudem solle die öffentliche Hand Aufträge nur noch an tarifzahlende Unternehmen vergeben.

Wer bildet das Diözesankomitee?

Dem Diözesankomitee gehören Delegierte aus den Kreisdekanaten im Bistum Münster an, die die Laien aus den Pfarreien vertreten, ferner aus dem Landeskomitee im oldenburgischen Teil des Bistums Münster sowie aus katholischen Verbänden. Hinzu kommen weitere sachkundige Persönlichkeiten aus Gesellschaft und Kirche.

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