Nach 36 Jahren in St. Gottfried Lünen

Mit 94 ist Schluss: Alfred Kiesewetter hängt Küster-Job an den Nagel

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Der Küster Alfred Kiesewetter hat bis ins hohe Alter als Küster in Lünen-Wethmar gearbeitet. 36 Jahre war er dort tätig. Der Abschied fällt ihm jetzt nicht leicht.

Wie viele Kerzen er in der St.-Gottfried-Kirche entzündet hat, vermag Alfred Kiesewetter nicht zu beantworten. Aber die Zahl wird in den vergangenen 36 Jahren wohl in die Hunderte gehen. So lange ist der 94-Jährige als Küster in Lünen-Wethmar tätig. „Angefangen habe ich aber schon vor 40 Jahren, am 1. Dezember 1983. Pfarrer Heinrich Kopowski hatte mich gefragt, ob ich die Anlagen rund um das Pfarrhaus pflegen könnte“, berichtet Kiesewetter von den Anfängen gegenüber der Bischöflichen Pressestelle.

Beruflich war Kiesewetter da noch als Fräser bei der Eisenhütte Westfalia in Lünen tätig. „Allerdings stand 1987 dort Kurzarbeit an. Da war ich froh, als der Pfarrer mich gefragt hat, ob ich auch den Küsterdienst übernehmen könnte. Das habe ich gern angenommen“, erzählt der siebenfache Vater. Nach einer kurzen Einweisung durch seinen Vorgänger machte sich Kiesewetter an die Arbeit. „Das meiste habe ich mir selbst beigebracht. Man muss die Arbeit sehen. Das ist wichtig“, ist er überzeugt.

Kiesewetter: Die letzten Jahre waren nicht leicht

Besonders habe ihm die Arbeit mit den Messdienerinnen und -dienern Freude gemacht. „Ich habe sie ausgebildet, die Pläne geschrieben und zu ihnen nach Hause gebracht“, beschreibt er sein Engagement. Lange wurde jeden Morgen in St. Gottfried die heilige Messe gefeiert, an den Wochenenden gab es drei Gottesdienste. „Dafür habe ich alles vorbereitet, das Gewand für den Priester herausgelegt, die Kerzen angezündet. Eben alles, was dazugehört“, erzählt der Küster. Die letzten Jahre seien schwierig gewesen, denn „Corona hat viel kaputt gemacht“.

Trotz seiner stolzen 94 Jahren ist Kiesewetter immer noch aktiv. Sein Rezept fürs Alter: „Man muss nur wollen. Ich habe immer gesagt, dass ich 100 Jahre alt werden will.“ Dafür habe er auch gebetet. Insgesamt ist ihm der Glauben wichtig. Gern erinnert er sich an die Wallfahrten nach Eggerode oder ins belgische Banneux, an denen er als Kolpingbruder teilgenommen hat.

Verabschiedung Mitte Dezember

Im Sonntagsgottesdienst am 17. Dezember um 11.15 Uhr verabschiedet die Gemeinde nun ihren Küster. Doch daran möchte Kiesewetter noch nicht wirklich denken. Auf die Frage, ob er sich freue, antwortet er nach einer kurzen Bedenkzeit mit einem klaren „Jein“. „Die Arbeit war auch mein Hobby. Das hat mich erfüllt“, erklärt er und lächelt.