Eröffnung am 29. November

Münster: City-Advent zeigt Sternenhimmel in Überwasserkirche

Wie unter dem echten Sternenhimmel werden sich die Besucher des City-Advents in der Überwasserkirche in Münster fühlen. Das sagt zumindest Rupert König, Leiter des Kirchenfoyers. Denn unter dem Thema „#erscheintuns – Wir haben seinen Stern aufgehen sehen“ lädt der City-Advent ab dem 29. November in die Kirche in Münsters Innenstadt.

Im Chorraum wird ein Projektor das Sternbild des Orion am Gewölbe der Kirche abbilden. Teppiche, Sitz- und Liegemöglichkeiten laden zum Verweilen ein, erklärt König: „Anfangs sieht man es nicht so gut, aber wenn die Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt haben, ist es so, als würde das Gewölbe sich öffnen, und man blickt in den Sternenhimmel.“

30.000 Besucher im letzten Jahr

Bereits zum 15. Mal richtet das Kirchenfoyer gemeinsam mit dem evangelischen Kirchenkreis und dem katholischen Stadtdekanat den City-Advent aus, zum dritten Mal in der Überwasserkirche. Bis zu 30.000 Menschen kamen im letzten Jahr in die Überwasserkirche, um 3.333 schwebende Goldvögel zu sehen.

Neben dem Sternenbildprojektor wird es weitere Installationen geben: In Kooperation mit dem LWL-Naturkundemuseum aus Münster können die Besucher eine Nachbildung der Himmelsscheibe von Nebra sehen.

Wissenschaft und Religion

Die originale Scheibe ist etwa 4.000 Jahre alt und hat einen religiösen und astronomischen Hintergrund. „Sie wurde vermutlich von der bäuerlichen Bevölkerung geschaffen. Es ging den Menschen damals aber nicht nur um den Glauben, sondern sie schafften sich damit eine Art Kalender. Die Scheibe galt als Orientierung und Hilfsmittel, um herauszufinden, wann zum Beispiel Frühlingsbeginn ist“, sagt Björn Voß vom LWL-Naturkundemuseum. „Es zeigt, dass die Menschen schon damals fasziniert vom Himmel waren und sich mit den Sternen beschäftigt haben.“

Die Himmelsscheibe von Nebra (im Foto eine Nachbildung) ist etwa 4.000 Jahre alt. | Foto: Melanie Ploch
Die Himmelsscheibe von Nebra (im Foto eine Nachbildung) ist etwa 4.000 Jahre alt. | Foto: Melanie Ploch

20 großformatige Bilder bieten während des City-Advents einen „Rundgang durch die Welt der Sterne und Planeten.“ Auch sie stammen aus dem Naturkundemuseum. „Das zeigt die unbeschreibliche Größe des Weltalls. Theologisch betrachtet fragen wir uns da natürlich: Ist da nicht auch Gott zu finden?“, erklärt König.

Raus aus dem Trubel

Eine Christusfigur, die auf Spiegelstücken steht, sorgt dafür, dass die reflektierten Lichter durch die ganze Kirche scheinen. Auch ein leuchtendes Labyrinth und die Sterne der Sternsinger finden Platz in der Überwasserkirche. „Mit dem City-Advent wollen wir den Massen aus der Stadt eine Möglichkeit geben, einen anderen Impuls zu setzen und sich mit dem Advent zu befassen“, sagt König.

Der City-Advent beginnt mit einem Eröffnungsgottesdienst am Donnerstag, 29. November um 20 Uhr. Ab dann ist er bis zum 20. Dezember täglich von 16 bis 20 Uhr: „Dann wirken die Lichter am besten.“ Besucher können eine Spende hinterlassen, die dem Kinderhospital der Caritas in Bethlehem zugute kommt.