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Warum ein indischer Priester eine Geste aus Asien auch für den Friedensgruß empfiehlt

„Namasté“ – die Alternative zum Händeschütteln in Corona-Zeiten

Was hilft beim Umgang mit Corona? Angst nicht, Respekt schon eher. Dazu eine asiatische Geste, die auch ein Pfarrer als Alternative zum Händeschütteln empfiehlt - und ein Ritus beim Händewäschen aus der Mönchstradition.

 

Was hilft beim Umgang mit Corona? Angst nicht, Respekt schon eher. Dazu eine asiatische Geste, die auch ein Pfarrer als Alternative zum Händeschütteln empfiehlt - und ein Ritus beim Händewäschen aus der Mönchstradition.

Angst ist gut, denn Angst bewahrt – in gesundem Maß – vor gefährlichen Schritten. Wer an einem Abhang steht, hinunter blickt und dabei erhöhten Puls und ein schwummeriges Gefühl in der Magengegend bekommt, kann beruhigt sein: Es funktioniert alles richtig. So ist unser Reaktionssystem angelegt. So weit, so gut.

Anders ist die Sache, wenn es um Panik geht. Panik ist nicht gut, denn Panik verleitet zu falschen, auch zu gefährlichen Schritten. Darum ist angesichts der Corona-Epidemie wichtig: Angst darf man haben, Panik bitte nicht.

Was gegen die Angst hilft

Aktuelle Informationen über das Coronavirus, die aktuelle Entwicklung, Ausbreitung und Schutzmaßnahmen hat das Bundesgesundheitsministerium zusammengestellt, die Sie hier finden.

Angst, das sagen die Experten, muss man vor Corona nicht haben. Das Fiese an dem Virus: Keiner weiß so recht, wie heftig es wird, wie viele Menschen sich bei uns infizieren werden, wie hoch der Anteil schwerer Verläufe sein wird, wie viele Menschen dadurch sterben werden. Die Ungewissheit ist eine Verbündete der Angst.

Dagegen helfen sachliche, verlässliche Informationen von erwiesenen Fachleuten – allen voran das Robert-Koch-Institut, die Gesundheitsministerien von Bund und Ländern, die Gesundheitsämter der Kommunen. Dagegen hilft ein Höchstmaß an Skepsis, wann immer Verschwörungstheorien die abstrusesten Szenarien entwerfen, zu denen – natürlich – auch die völlig unchristliche Auffassung gehört, das Corona-Virus sei eine Strafe Gottes. Gegen die Angst helfen allerdings in der Tat: eine gewisse Gelassenheit und eine Spur Gottvertrauen.

Beten schützt eher nicht vor Infektion

Ohnehin sollte man den Glauben und die Religion in Situationen wie dieser nicht unterschätzen. Nicht, weil Beten womöglich vor einer Infektion schützte. Darauf sollte man sich zumindest nicht verlassen. Aber der christliche Glaube zeigt, wie mit Übergroßem, Überwältigendem umzugehen ist. Weit entfernt davon, Gott mit einem Virus zu vergleichen, kann aber womöglich das Wort „Furcht“ an dieser Stelle weiterhelfen.

Denn natürlich ist Gott für uns Christen groß, das Größte überhaupt. Nicht nur heilig, sondern das Allerheiligste. Nicht nur mächtig, sondern allmächtig. Nicht ohne Grund ist „Großer Gott, wir loben dich“ ein Lied, das wir voller Ehrfurcht und Inbrunst zu besonders festlichen Anlässen singen.

„Gottesfurcht“ lehrt Respekt

Doch wenn die Bibel uns immer wieder zu Gottesfurcht auffordert, dann meint sie eben gerade nicht: Du sollst Angst haben vor dem großen Gott! Es heißt vielmehr: anzuerkennen, dass es Gott gibt. Diesen großen Gott, Schöpfer des Himmels und der Erde, wie wir sagen – der zugleich alle Macht abgelegt hat und sich in tiefste Ohnmacht hat fallen lassen, Todesangst im Garten Getsemane inklusive.

Dieser Gott verlangt mir Respekt ab: Er ist größer als ich, aber ich bin deshalb nicht klein. Er ist mächtiger als ich, aber ich bin deshalb kein Sklave. Dieser Respekt macht nicht klein, sondern richtet mich auf. Er flößt mir keine Angst ein, sondern ermutigt mich, aufrichtig und mit allem Stolz eines Gottesgeschöpfs zu leben.

„Namasté“ tut auch ohne Corona gut

Pater Jomon aus dem Gemeindeverbund Obergrafschaft schlägt in einem Video des Bistums Osnabrück vor, die Geste "Namasté" statt Händeschüttelns beim Friedensgruß zu üben. Das Video finden Sie hier.

Womöglich kann das auch eine Hilfe für den Umgang mit der zweifelsohne ungewissen Corona-Situation sein: Panik ist unangebracht, Angst womöglich übertrieben – aber Respekt vor der Größe des Unwägbaren, der ist angebracht.

Und der könnte so aussehen: Ein indischer Pfarrer aus dem Bistum Osnabrück hat über Facebook sehr praktisch eine Alternative zum Virus übertragenden Händeschütteln auch beim Friedensgruß in der Messe gegeben: Er empfiehlt stattdessen die in seiner Heimat und anderen asiatischen Ländern verbreitete Geste des „Namasté“. Manche kennen das auch vom Yoga: Dabei werden die Innenhandflächen zusammengeführt, vor den Herzbereich an die Brust gelegt, und der Kopf wird leicht geneigt. Im Yoga steht dahinter die Überzeugung, dass im Herz-Chakra eines jeden Menschen ein göttlicher Funke lebt. Die Geste ist also gegenüber einem anderen Menschen Ausdruck größten Respekts: „Ich verbeuge mich vor dir.“ Das heißt „Namasté“. Tut auch ohne Corona gut.

Händewaschen mit Gott an der Seite

Und fürs Händewaschen gibt es eine Anregung aus der christlichen Mönchstradition. Sie rät, bei der Handarbeit durch ständig wiederholte Gebetssätze Gott dazuzuholen. Und da die Medizin-Experten als Schutz vor einer Infektion mit dem Corona-Virus ständig wiederholtes, rund 30-sekündiges Händewaschen empfehlen, hier ein Tipp: Zwei gesprochene Vaterunser machen 30 Sekunden – und stellen meinem Respekt vor Corona Gott an die Seite.

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